Micron Aktie: 24. Juni bringt Quartalszahlen

Broadcoms schwächere KI-Prognose trifft Micron nach 207 Prozent Jahresplus. Analysten sehen Korrekturbedarf trotz intakter Speicherkonjunktur.

Micron Aktie
Kurz & knapp:
  • Broadcom-Prognose löst Verkaufswelle aus
  • Micron-Aktie mit 207 Prozent Jahresplus
  • Insiderverkäufe deuten auf hohe Bewertung
  • Quartalszahlen am 24. Juni erwartet

Der jüngste Kursrückgang um 3,78 Prozent auf 827,00 Euro ist erst der Anfang einer breiteren Bewegung. Auslöser: Broadcoms enttäuschende KI-Chip-Prognose. Die hat eine Kettenreaktion im Halbleitersektor ausgelöst, die nun auch den Speicherriesen Micron erfasst. Nachdem die Aktie erst am 3. Juni ein 52-Wochen-Hoch von 938,70 Euro markierte, ist die Luft dünn geworden.

Broadcom-Schock und die Folgen

Broadcom übertraf Umsatz- und Gewinnerwartungen. Doch die Prognose für den KI-Chip-Umsatz im dritten Quartal lag bei 16 Milliarden US-Dollar – unter den erwarteten 17,2 Milliarden. Das reichte für eine breite Verkaufswelle. Für Micron bedeutet das eine schmerzhafte, aber gesunde Korrektur nach exzessiven Gewinnen. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 207 Prozent. Auf zwölf Monate sind es fast 790 Prozent.

Die Aktie notiert 165 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt von 311,43 Euro. Eine klassische Überhitzung. Kein Wunder, dass Anleger jetzt Gewinne mitnehmen.

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Fundamentale Stärke, gemischte Signale

Die Geschichte bleibt intakt. Analysten von Morgan Stanley sehen für zwei bis drei Jahre keine schnelle Lösung der weltweiten Speicherknappheit. Micron profitiert massiv von der Nachfrage nach High-Bandwidth Memory. Die Zertifizierung durch NVIDIA für den HBM4-Speicher der Vera-Rubin-Plattform sichert dem Konzern einen festen Platz in der KI-Lieferkette.

Zugleich mahnen Insiderverkäufe zur Vorsicht. CEO Sanjay Mehrotra veräußerte Aktienpakete im Wert von über 36 Millionen US-Dollar. Ein Signal, dass die Bewertung aus Sicht des Managements hoch sein dürfte.

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Quartalszahlen als Gradmesser

Am 24. Juni legt Micron die Ergebnisse für das dritte Quartal vor. Erwartet wird ein Umsatzsprung auf bis zu 33,8 Milliarden US-Dollar – ein massiver Anstieg. Die Marktkapitalisierung von über einer Billion Euro spiegelt enorme Hoffnungen wider.

Doch das durchschnittliche Analystenkursziel liegt bei 623,78 Euro. Das sind 24,6 Prozent unter dem aktuellen Niveau. Sprich: Selbst wenn die Zahlen stimmen, hat die Aktie ihren Fundamentaldaten vorauslaufen können. Die Korrektur war überfällig.

Der RSI von 65 zeigt indes, dass die Aktie nicht mehr extrem überkauft ist. Bleiben die Speicherpreise – wie von Experten prognostiziert – bis Mitte 2026 auf hohem Niveau, dürfte jeder größere Rücksetzer als Einstiegsgelegenheit dienen. Die Frage ist nur, ob der Broadcom-Schock die erste tiefere Konsolidierung einleitet oder eine gesunde Verschnaufpause bleibt. Am 24. Juni bekommen wir klare Antworten.

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