Starke Zahlen, schwache Kurse. Bei Micron klaffen operative Realität und kurzfristige Marktstimmung am Freitag auseinander. Nach einem massiven Kurssprung am Vortag nehmen Anleger nun Gewinne mit.
Das Papier verliert aktuell knapp vier Prozent und notiert bei 1.018,00 Euro. Ein logischer Schritt. Zuvor markierte der Titel am Donnerstag ein neues 52-Wochen-Hoch. Auf Jahressicht steht immer noch ein gigantisches Plus von rund 845 Prozent auf der Kurstafel. Da bleibt wenig Raum für Enttäuschungen.
Milliarden-Gewinne und ein Haken
Der Quartalsbericht liefert eigentlich starke Argumente für Optimisten. Micron meldet für das abgelaufene Jahresviertel einen Umsatz von 41,46 Milliarden US-Dollar. Der Nettogewinn liegt bei beeindruckenden 28,24 Milliarden US-Dollar.
Für das vierte Quartal rechnet das Management mit weiteren Steigerungen. Der Umsatz soll auf rund 50 Milliarden US-Dollar klettern. Die Bruttomarge peilt der Konzern bei satten 86 Prozent an. Ein kleines Detail bremst jedoch die Euphorie. Die Preissteigerungen im Speichermarkt schwächen sich spürbar ab.
Kapazitätsgrenzen treiben die Kosten
Die anhaltende KI-Rallye bringt die Branche an ihre Belastungsgrenze. Micron fehlen schlicht die Kapazitäten, um die explodierende Nachfrage nach Speichermedien sofort zu bedienen. Der Aufbau neuer Fabriken dauert lange. Fachkräftemangel und komplexe Genehmigungsverfahren verzögern die Prozesse zusätzlich.
Besonders das Wachstum bei High-Bandwidth-Memory frisst Ressourcen. Jede neue Generation dieser Spezialchips verringert den Output anderer Speicherprodukte. Die Lösung dieses Problems kostet viel Geld.
Im laufenden Quartal investiert Micron rund zehn Milliarden US-Dollar in neue Anlagen. Für das gesamte Geschäftsjahr 2026 plant das Management mit Ausgaben von 27 Milliarden US-Dollar. Im Folgejahr sollen diese Summen sogar noch weiter steigen.
Hohe Fallhöhe
Der Markt reagiert auf diese teure Wachstumsstrategie nervös. Die Aktie ist nach der jüngsten Rallye extrem hoch bewertet. Der aktuelle Kurs liegt fast 44 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt.
Die fundamentalen Engpässe garantieren Micron auf absehbare Zeit volle Auftragsbücher. Die schnelle Kurskorrektur am Freitag zeigt allerdings die neue Realität. Investoren tolerieren auf diesem Preisniveau keine nachlassende Dynamik bei den Margen.
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