SK Hynix plant eine US-Börsennotierung — und das trifft Micron an einer empfindlichen Stelle. Bislang war Micron der einzige US-gelistete DRAM-Anbieter. Das dürfte sich noch in diesem Jahr ändern.
Konkurrenz um Anlegerkapital
Der südkoreanische Speicherchip-Hersteller SK Hynix hat vertraulich bei der SEC einen Antrag auf ein US-ADR-Listing eingereicht, das für die zweite Jahreshälfte 2026 geplant ist. Laut informierten Kreisen könnte das Unternehmen dabei bis zu 14 Milliarden Dollar einsammeln — eines der größten US-Listings der jüngeren Geschichte. Die Erlöse sollen Chipfabriken in Südkorea und im US-Bundesstaat Indiana finanzieren.
Für Micron-Aktionäre ist das aus einem konkreten Grund relevant: SK Hynix wird amerikanischen Investoren eine direkte Alternative bieten, um am KI-Speichermarkt zu partizipieren. Und die Bewertungsunterschiede sind erheblich. SK Hynix wird derzeit mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 11 gehandelt, Micron hingegen mit etwa 29. Rob Li, Managing Partner des New Yorker Hedgefonds Amont Partners, erwartet deshalb Rotationsbewegungen: Schnelles Kapital werde von Micron zu SK Hynix abwandern, solange die Bewertungslücke so groß bleibt.
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Hinzu kommt die Marktposition: Im vierten Quartal entfielen laut Counterpoint Research 57 Prozent des weltweiten Umsatzes mit High-Bandwidth-Memory auf SK Hynix — mehr als doppelt so viel wie Microns Anteil.
Starke Zahlen, aber ein strukturelles Fragezeichen
Microns jüngste Quartalsergebnisse sind auf dem Papier beeindruckend. Im Quartal bis Ende Februar 2026 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 23,9 Milliarden Dollar — fast dreimal so viel wie im Vorjahreszeitraum. Der Nettogewinn von 13,8 Milliarden Dollar lag nahezu neunmal über dem Vorjahreswert von 1,6 Milliarden Dollar.
Analysten hinterfragen jedoch, wie nachhaltig dieses Wachstum ist. Ein Großteil der Erlössteigerungen geht auf stark gestiegene Durchschnittspreise zurück: Im DRAM-Segment legte der Umsatz um 207 Prozent zu, getrieben von einem Preisanstieg von über 110 Prozent. Bei NAND-Produkten verdoppelten sich die Durchschnittspreise ebenfalls. Sollten die Preise nicht weiter steigen, wird es schwerer, das Wachstumstempo zu halten.
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Kurs erholt, aber noch weit vom Hoch entfernt
Die Aktie legte am Montag um bis zu 5,1 Prozent zu, gestützt von einer breiten Markterholung. Trotzdem notiert der Titel noch rund 20 Prozent unter seinem Hoch von vor drei Wochen. Der März war der schwächste Monat seit fast vier Jahren — nach einem Januar, in dem die Aktie um fast 50 Prozent gestiegen war und damit die zweitbeste Performance im S&P 500 erzielte.
Zwei Insider-Verkäufe fallen in diesen Zeitraum: Anfang Februar veräußerte Finanzvorstand Sumit Sadana 25.000 Aktien zu durchschnittlich 429,89 Dollar, Anfang April verkaufte Personalvorständin April Arnzen 40.000 Aktien im Rahmen eines vorher festgelegten 10b5-1-Handelsplans. Beide Transaktionen entsprechen einem kleinen Bruchteil der jeweiligen Gesamtbeteiligungen.
Langfristiger Ausblick
Wolfe Research sieht Micron neben Nvidia als einen der beiden Halbleiterkonzerne, die maßgeblich für das Gewinnwachstum im S&P 500 im Jahr 2026 verantwortlich sind. Das Unternehmen selbst erwartet, dass die angespannte Angebotslage im Speichermarkt über das Kalenderjahr 2026 hinaus anhält. Jung In Yun, CEO bei Fibonacci Asset Management Global, geht davon aus, dass Micron langfristig stärker zulegen wird als SK Hynix — weil das US-Unternehmen beim globalen Marktanteil noch Aufholpotenzial hat.
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