Während der Kursrücksetzer nach den jüngsten Quartalszahlen die Schlagzeilen dominierte, vollzieht Micron im Hintergrund eine der ambitioniertesten Fertigungsexpansionen in der Geschichte der Halbleiterindustrie. Vier Kontinente, mehrere Großprojekte gleichzeitig — und das alles unter erheblichem Kapitaleinsatz.
Taiwan als neues Herzstück
Den Auftakt machte der Abschluss der Übernahme des PSMC-Werks P5 im taiwanischen Tongluo. Der 1,8-Milliarden-Dollar-Deal sichert Micron rund 300.000 Quadratfuß Reinraumfläche für 300-Millimeter-Wafer — eine direkte Erweiterung des bestehenden Mega-Campus in Taichung, der nur etwa 25 Kilometer entfernt liegt. Erste nennenswerte Produktlieferungen aus dem neuen Standort sind ab dem Geschäftsjahr 2028 geplant. Noch vor Ende des laufenden Geschäftsjahres soll zudem der Bau eines zweiten Gebäudes beginnen, das weitere 270.000 Quadratfuß Reinraumfläche hinzufügt.
Der Hintergrund: Taiwan macht bereits mehr als 60 Prozent von Microns globaler Gesamtkapazität aus. Der Zukauf zielt direkt auf High Bandwidth Memory (HBM) ab — jenen Speicherchip-Typ, der für KI-Beschleuniger wie Nvidias Vera Rubin unverzichtbar ist. Micron liefert HBM4 mit 36 GB bereits in Serienmengen aus und erreicht dabei eine Bandbreite von über 2,8 TB/s — ein Sprung von 2,3-facher Bandbreite gegenüber der Vorgängergeneration HBM3E. Die gesamte HBM-Kapazität für 2026 ist laut Unternehmensangaben bereits vollständig durch Preis- und Mengenvereinbarungen gebunden.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Micron?
Indien, Singapur, New York — gleichzeitig
Parallel dazu eröffnete Micron Ende Februar Indiens erste Halbleiter-Montage- und Testanlage im gujaratischen Sanand. Mit über 500.000 Quadratfuß Reinraumfläche und einem kombinierten Investitionsvolumen von rund 2,75 Milliarden Dollar soll die Anlage 2026 Dutzende Millionen Chips produzieren — und 2027 in den dreistelligen Millionenbereich skalieren.
In Singapur hat Micron den Grundstein für eine neue Wafer-Fabrik gelegt, die über zehn Jahre rund 24 Milliarden Dollar verschlingen soll. In den USA läuft seit Januar der Bau eines 100-Milliarden-Dollar-Campus im Bundesstaat New York, unterstützt durch 6,1 Milliarden Dollar an Bundesförderung. Wafer-Output ist an beiden Standorten für die zweite Hälfte 2028 vorgesehen.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Micron?
Kapitalkosten als Kernrisiko
Der Preis für diese Expansion ist erheblich. Micron hob seine Investitionsprognose für das laufende Geschäftsjahr 2026 auf über 25 Milliarden Dollar an — rund 5 Milliarden mehr als bisher kommuniziert. Für 2027 sollen die Bauausgaben nochmals um mehr als 10 Milliarden Dollar steigen. Genau diese Zahlen lösten den Kursrutsch vom 19. März aus: Die Aktie verlor am Freitag rund 5 Prozent und notiert damit etwa neun Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch.
CEO Sanjay Mehrotra betont Microns strukturellen Vorteil als einziger US-amerikanischer Speicherchiphersteller — ein Argument, das angesichts wachsender Anforderungen an sichere Lieferketten zunehmend Gewicht bekommt. Mehrere Analysehäuser reagierten nach den Quartalszahlen mit deutlich erhöhten Kurszielen: Bernstein auf 510 Dollar, RBC Capital auf 525 Dollar. Das Marktpotenzial für HBM schätzt Micron selbst auf rund 100 Milliarden Dollar bis 2028 — gegenüber 35 Milliarden im Jahr 2025. Ob der Konzern diesen Weg ohne nennenswerte Kostenüberschreitungen oder zyklische Gegenwind-Phasen bewältigt, wird sich spätestens mit dem Hochlauf der neuen Fabs ab 2027 zeigen.
Micron-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Micron-Analyse vom 21. März liefert die Antwort:
Die neusten Micron-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Micron-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 21. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Micron: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

