Micron Aktie: HBM4-Kapazität 2026 vollständig ausverkauft

Micron meldet ausverkaufte HBM4-Produktion für 2026 und präsentiert neue Speicherlösungen für KI-Rechenzentren.

Micron Aktie
Kurz & knapp:
  • HBM4-Kapazität für 2026 vollständig vergeben
  • Neue 36-GB-HBM4-Stapel in Massenproduktion
  • PCIe-Gen6-SSD und 245-TB-NAND vorgestellt
  • Aktie nahe Allzeithoch bei 884 Euro

Micron hat auf der COMPUTEX 2026 in Taipeh eine klare Botschaft gesendet: Die gesamte Produktionskapazität für HBM4-Speicher ist für das laufende Jahr bereits vollständig vergeben. Kein einziger Chip mehr verfügbar. Das zeigt, wie angespannt das Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage im KI-Speichermarkt bleibt.

HBM4 für NVIDIA Vera Rubin läuft auf Hochtouren

Das Herzstück der Messe-Präsentation ist der HBM4-Stapel mit 36 GB und 12 Lagen. Er befindet sich bereits in der Massenproduktion und wurde speziell für NVIDIAs neue „Vera Rubin“-Architektur entwickelt. Die Übertragungsrate liegt bei über 11 Gb/s, die Gesamtbandbreite bei mehr als 2,8 TB/s pro Stapel.

Laut internen Simulationen steigert HBM4 den Inferenz-Durchsatz bei großen Sprachmodellen um das 2,6-Fache gegenüber HBM3E. Der Energieverbrauch sinkt dabei um 20 Prozent. Parallel dazu hat Micron begonnen, eine dichtere 48-GB-Variante mit 16 Lagen zu testen — für besonders rechenintensive KI-Anwendungen.

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Neue Produkte gegen die Speicherbremse im Rechenzentrum

Neben HBM präsentierte Micron mehrere Lösungen, die den sogenannten „Memory Wall“ in Rechenzentren adressieren sollen:

  • 256-GB-SOCAMM2: Weltweit erstes Modul dieser Art, LPDDR-basiert, mit 9,6 Gbps — verbraucht ein Drittel der Energie und belegt ein Drittel der Platine gegenüber Standard-RDIMMs.
  • PCIe-Gen6-Speicher: Die 9650-SSD ist Microns erste kommerziell verfügbare PCIe-Gen6-Lösung für KI-Inferenz-Workloads.
  • Hochkapazitäts-NAND: Die 6600 ION SSD fasst 245 TB und soll herkömmliche Festplatten-Arrays in Datenspeichern ersetzen. Micron gibt an, den Platzbedarf im Rack um bis zu 82 Prozent zu senken.

Aktie nahe Allzeithoch, CEO verkauft planmäßig

Die Micron-Aktie hat zuletzt die Marke von einer Billion Dollar Marktkapitalisierung überschritten. Mit einem Kurs von rund 884 Euro liegt sie nur knapp unter dem gestrigen 52-Wochen-Hoch. Seit Jahresbeginn hat die Aktie mehr als 228 Prozent zugelegt — ein Anstieg, der die KI-Speicherfantasie der vergangenen Monate widerspiegelt.

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CEO Sanjay Mehrotra verkaufte Anfang Mai rund 40.000 Aktien zu Kursen zwischen 511,91 und 545,39 Dollar. Die Transaktionen liefen über einen vorab festgelegten Handelsplan nach Rule 10b5-1 — ein Standardinstrument für Führungskräfte zur geregelten Portfoliodiversifikation. Mehrotra hält danach weiterhin mehr als 424.000 Aktien direkt sowie über 600.000 Aktien indirekt über Trusts.

Quartalszahlen und ein Risiko am Horizont

Am 24. Juni veröffentlicht Micron die Ergebnisse des dritten Geschäftsquartals. Der angestrebte Umsatz liegt bei 33,5 Milliarden Dollar. Die Erwartungen sind hoch — Micron sichert sich laufend langfristige Lieferverträge für margenstarke KI-Speicherprodukte.

Ein Wermutstropfen: Branchenberichte deuten auf mögliche Qualitätsprobleme beim Basischip der Vera-Rubin-Plattform hin. Betroffen sollen sowohl Micron als auch SK Hynix sein. Sollte sich das bestätigen, könnte der Hochlauf der neuen NVIDIA-Plattform langsamer verlaufen als geplant — und damit auch die Nachfrage nach HBM4 kurzfristig gedämpft werden.

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