Micron Aktie: Nvidias China-Anteil fällt auf 8 Prozent

Politische Spannungen mit China belasten Micron trotz starkem KI-Boom und Rekordhoch der Aktie.

Micron Aktie
Kurz & knapp:
  • Aktie fällt nach China-Signalen
  • KI-Speicherboom bleibt intakt
  • Bank of America hebt Kursziel an
  • Insiderverkäufe sorgen für Diskussion

Micron hat eine historische Woche mit einem harten Dämpfer beendet. Erst trieb der KI-Speicherboom die Aktie auf Rekordniveau, dann reichte ein politisches Signal aus Peking, um den Halbleitersektor nach unten zu ziehen. Der Kernkonflikt ist klar: Die Nachfrage nach Speicherchips bleibt stark, aber China könnte bei KI-Chips schneller auf eigene Anbieter umschwenken.

Am Freitag schloss die Aktie bei 624,00 Euro, ein Minus von 8,11 Prozent. Trotz des Rückschlags steht seit Jahresbeginn noch ein Plus von 131,97 Prozent zu Buche. Das erklärt, warum Gewinnmitnahmen so schnell Druck erzeugten.

China belastet die Chip-Stimmung

Auslöser war die Unsicherheit rund um Nvidias KI-Chipverkäufe nach China. Beim Treffen zwischen Donald Trump und Xi Jinping kam offenbar keine Vereinbarung über Käufe von H200-Chips zustande. Zuvor hatte die Aussicht bestanden, Washington könne Verkäufe an chinesische Abnehmer zulassen.

Für Micron ist das nicht direkt ein Nvidia-Problem. Es geht um die Lieferkette dahinter. Wenn chinesische Konzerne wie Alibaba Group oder ByteDance keine Freigabe für Käufe erhalten, wächst die Sorge, dass Peking den Aufbau eigener KI-Chips noch aggressiver vorantreibt.

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Schätzungen zufolge ist Nvidias Anteil am chinesischen KI-Chipmarkt von rund 95 Prozent auf etwa 8 Prozent gefallen. Heimische Anbieter kamen im ersten Quartal 2026 erstmals auf mehr als 55 Prozent Marktanteil. Diese Verschiebung trifft die gesamte Wahrnehmung des US-Halbleiterkomplexes.

Rally trifft auf hohe Bewertung

Vor dem Rücksetzer hatte Micron selbst Nvidia zeitweise als meistgehandelte Aktie an der Wall Street überholt. Im kurzfristigen Durchschnitt wechselten Micron-Aktien im Wert von rund 47 Milliarden Dollar den Besitzer, bei Nvidia waren es etwa 34 Milliarden Dollar. Das ist ungewöhnlich für einen Speicherchipwert und zeigt, wie stark sich die Marktaufmerksamkeit verlagert hat.

Die Bank of America lieferte zur Wochenmitte zusätzlichen Treibstoff. Sie hob das Kursziel für Micron von 500 auf 950 Dollar an und blieb bei ihrer Kaufempfehlung. Begründet wurde der Schritt mit einem höheren Marktpotenzial für KI-Rechenzentrumssysteme.

Für das Jahr 2030 sieht die Bank diesen adressierbaren Markt nun bei rund 1,7 Billionen Dollar, nach zuvor 1,4 Billionen Dollar. Micron profitiert davon über hochbandbreitige Speicherlösungen, die in KI-Beschleunigern und Serverarchitekturen eine zentrale Rolle spielen.

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Fundament bleibt stark

Operativ bleibt die Ausgangslage robust. Für das laufende dritte Fiskalquartal erwartet das Management einen Umsatz von 33,5 Milliarden Dollar und ein Wachstum von 260 Prozent. Beim Gewinn je Aktie stellt der Vorstand 18,90 Dollar in Aussicht.

Auch die Angebotsseite spricht für Micron. SK-Group-Chef Chey Tae-won warnte, dass der Wafermangel bis 2030 anhalten könnte. Neue DRAM-Kapazitäten dürften nach Branchenerwartungen erst ab Ende 2027 in größerem Umfang auf den Markt kommen.

Für zusätzliche Diskussion sorgten Insiderverkäufe. CEO Sanjay Mehrotra verkaufte Anfang Mai Aktien im Wert von gut 21 Millionen Dollar; die Transaktion lief über einen vorab festgelegten Handelsplan. Über drei Monate summierten sich Insiderverkäufe auf rund 52 Millionen Dollar, nach einer außergewöhnlich starken Kursrally.

Ende Juni folgt der Bericht zum dritten Fiskalquartal. Zahlen nahe der eigenen Umsatzprognose würden den Rücksetzer eher als Bewertungsabkühlung erscheinen lassen; schwächere Aussagen zu Cloud-Aufträgen oder China blieben ein direkter Angriffspunkt für die Aktie.

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