Die Gewerkschaft am Micron-Standort Taoyuan wollte nach einem Reuters-Bericht vom Donnerstag an einem geplanten 24-stündigen Warnstreik festhalten. Im Streit ging es um Verhandlungen über Boni und Gewinnbeteiligungen. Mit einer anderen Gewerkschaft am größeren Standort Taichung hatte Micron bereits eine Vereinbarung geschlossen.

Unterschiedlicher Verhandlungsstand in Taiwan

Micron und die Arbeitnehmervertretung in Taichung unterzeichneten am Mittwoch eine Vereinbarung zwischen Unternehmensleitung und Gewerkschaft. Die Parteien zogen sich daraufhin aus der für Donnerstag angesetzten Vermittlung zurück. Die Bedingungen der Einigung veröffentlichten sie laut Reuters nicht.

Die Ankündigung aus Taoyuan betraf dagegen einen eintägigen Warnstreik. Reuters berichtete am Donnerstag, dass diese Gewerkschaft trotz der separaten Einigung in Taichung an ihrem Vorhaben festhalten wollte.

Micron hatte vor gut einer Woche ein weltweites Modell für quartalsweise, gewinnabhängige Mitarbeiterboni angekündigt. Laut Reuters soll es ab dem Geschäftsjahr 2027 gelten und folgt auf Forderungen von Gewerkschaften in Taiwan.

Für den Bonustopf will das Unternehmen den Gewinn nach Steuern heranziehen und davon die geplanten Kapitalausgaben des folgenden Quartals abziehen. Als Ausgangsbasis dient das Geschäftsjahr 2026.

Technologiekurs und Börsenumfeld

Bei einer Technologiepräsentation am Mittwoch erklärte Micron, die Entwicklung von 4F²-DRAM nicht weiterzuverfolgen. Stattdessen will das Unternehmen die Skalierung von 6F²-DRAM vorantreiben. Micron verwies dabei auf die Präsentation von Scott DeBoer.

An der Börse stand das Papier am Donnerstag zugleich im Sog eines deutlichen Ausverkaufs bei Technologiewerten. Medienberichten zufolge belasteten erneut aufgekommene Sorgen über die Ausgaben für künstliche Intelligenz den Sektor.

Am Freitag erholten sich die Micron-Papiere mit anderen Halbleiterwerten. Medienberichte ordneten die Bewegung als Branchenerholung ein, nicht als Reaktion auf eine neue Unternehmensankündigung.