Micron kommt in Taiwan nicht zur Ruhe. Gewerkschafter am Standort Taoyuan haben das Bonusangebot des Speicherchip-Herstellers am Freitag ausdrücklich zurückgewiesen. Der Arbeitskonflikt, der Anfang September aufgeflammt war, bleibt damit ungelöst – eine zweite Schlichtungsrunde ist für den 21. September angesetzt.
Micron hatte den Beschäftigten in Taiwan Gesamtvergütungen von umgerechnet 35 bis 68 Monatsgehältern in Aussicht gestellt, verbunden mit einer garantierten Barkomponente von mindestens 1,7 Millionen Neue Taiwan-Dollar für das Geschäftsjahr 2026. Den Gewerkschaften reicht das nicht: Sie fordern deutlich mehr und pochen zusätzlich auf eine Gewinnbeteiligung. Das ursprüngliche Angebot war Anfang des Monats als Reaktion auf Streikdrohungen präsentiert worden – offenbar ohne die Belegschaft zu überzeugen.
Zweite Schlichtungsrunde als nächster Prüfstein
Für Anleger bedeutet das: Das operative Risiko an einem der wichtigsten Fertigungsstandorte des Unternehmens besteht fort, gerade während der laufenden Boomphase bei KI-Speicherchips. Ein Streik würde Produktionskapazitäten treffen, die angesichts der angespannten Marktlage kaum zu ersetzen wären. Ob sich beide Seiten bei der Schlichtung Ende September annähern, ist offen.
Der Lohnstreit fällt in eine Phase, in der Micron operativ auf einer Erfolgswelle reitet. Das Unternehmen hatte im dritten Fiskalquartal 2026 einen Umsatz von 41,46 Milliarden US-Dollar sowie einen bereinigten freien Cashflow von 18,3 Milliarden US-Dollar ausgewiesen.
Für das vierte Fiskalquartal, dessen Zahlen am 30. September vorgelegt werden, hat das Management selbst einen Umsatz von rund 50 Milliarden US-Dollar (plus/minus eine Milliarde) sowie ein bereinigtes Ergebnis je Aktie von 31 US-Dollar (plus/minus einen Dollar) in Aussicht gestellt.
Die Nachfrage nach KI-Speicherchips gilt Marktbeobachtern zufolge als so stark, dass Lieferengpässe bis 2030 anhalten könnten – Micron selbst hatte zuvor von einer angespannten Marktlage bis über das Kalenderjahr 2027 hinaus gesprochen. Diese Aussicht hatte die Aktie zuletzt beflügelt, etwa nach der Vorstellung des GPT-6-Astra-Modells von OpenAI, das erneut Fantasie für den KI-Infrastrukturausbau weckte.
Kurs zwischen Rekordhoch und Konsolidierung
An der Börse spiegelt sich diese Gemengelage in einer volatilen, aber intakten Aufwärtsbewegung. Micron schloss am Freitag bei 841,30 Euro, nahezu unverändert zum Vortag, nach einem Rückgang von 5,9 Prozent auf Wochensicht.
Der Titel notiert damit rund 24 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 1.103,80 Euro, das im Juni erreicht wurde, liegt aber weiterhin deutlich über dem gleitenden 200-Tage-Durchschnitt von 546,82 Euro.
Seit Jahresbeginn steht ein Kursplus von 234 Prozent zu Buche – ein Anstieg, der die enorme Investorenerwartung an das KI-Speichergeschäft widerspiegelt. Ob diese Dynamik anhält, dürfte maßgeblich davon abhängen, wie Micron den Taiwan-Konflikt löst und welche Signale die Quartalszahlen Ende September zur Nachfragesituation liefern.
Micron Technology-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Micron Technology-Analyse vom 14. September liefert die Antwort:
Die neusten Micron Technology-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Micron Technology-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 14. September erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Micron Technology: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

