Wenn SK hynix liefert, bewegt sich Micron mit. Genau das gefällt Börsenkommentator Jim Cramer nicht. In seiner Sendung „Mad Money“ kritisierte er am Dienstag, die Micron-Aktie laufe im Gleichschritt mit dem koreanischen Rivalen.

Gleichlauf mit SK hynix

Am Mittwoch zeigte sich das erneut. SK hynix legte nach Zahlen zum dritten Quartal in Seoul um knapp 11 Prozent zu, nachdem die Aktie am Vortag fast 8 Prozent verloren hatte. Micron stieg vorbörslich zeitweise um gut 4 Prozent auf rund 967 Dollar.

Die Koreaner meldeten einen operativen Gewinn von 83,33 Billionen Won, der Umsatz übersprang erstmals die Marke von 100 Billionen Won. Beide Konzerne konkurrieren im Geschäft mit KI-Speicherchips und hängen an ähnlichen Nachfragetreibern. Verstärken könnte den Effekt laut Cramer der US-Handel mit SK-hynix-ADRs, die seit Juli an der NASDAQ notieren. US-Investoren können beide Titel nun parallel handeln.

Eigene Stärke, eigene Argumente

Micron hat allerdings eigene Argumente. Für das vierte Geschäftsquartal meldete der Konzern 54,23 Milliarden Dollar Umsatz, nach 41,46 Milliarden im Vorquartal. Für das erste Quartal 2027 stellt das Unternehmen 61,5 Milliarden Dollar in Aussicht. Konzernchef Sanjay Mehrotra erwartet ein noch stärkeres Geschäftsjahr 2027 und verweist auf strategische Kundenvereinbarungen.

Auch die Bewertung sticht ins Auge: Das Forward-KGV liegt nach Einschätzung eines Marktkommentators unter 5. Das Speichergeschäft bleibt zwar zyklischer als das von Nvidia. Der aktuelle Boom wird jedoch stark von High-Bandwidth-Memory und KI-Rechenzentren getragen, und neue Kapazitäten lassen sich nur langsam aufbauen.

Konkurrenz aus China bleibt technisch zurück

Der chinesische Hersteller CXMT will Berichten zufolge in den nächsten zwei Monaten eine begrenzte Produktion von HBM3E starten. Die Ausbeute liegt allerdings nur bei 20 bis 30 Prozent, bei SK hynix sind es rund 70 Prozent.

Im zweiten Quartal hielt SK hynix 50 Prozent des globalen HBM-Umsatzes, Samsung 33 Prozent und Micron 18 Prozent. Der technische Rückstand der Chinesen dürfte die etablierten Anbieter vorerst schützen.

Cramer warnt zudem generell vor Finanzierungsrisiken im KI-Ausbau, etwa bei kreditfinanzierten Infrastrukturanbietern wie CoreWeave oder Nebius. Steigende Zinsen könnten dort die Renditen belasten.

Ob Micron eigene Impulse setzt, zeigt sich mit den nächsten Quartalszahlen. Der Termin ist laut Kalender vorläufig für den 23. Dezember 2026 vorgesehen und noch nicht bestätigt.