Bei Microsoft sorgt der Zeitplan für den Copilot-Rollout für Aufsehen. Der 1. Juli gilt nicht als Startschuss für die automatische Installation. Stattdessen markiert das Datum den geplanten Abschluss der Verteilung. Das ändert die Perspektive für die kommenden Handelstage.

Verwirrung um den Zeitplan

Der Softwarekonzern hatte die automatische Installation wegen technischer Probleme vorübergehend gestoppt. Nun läuft die Verteilung auf gewerblichen Windows-Geräten wieder an. Die offizielle Dokumentation schränkt den Kreis der Empfänger allerdings ein. Kunden im Europäischen Wirtschaftsraum erhalten das Update nicht automatisch.

Auch Geräte im sogenannten Semi-Annual Enterprise Channel klammert Microsoft aus. Administratoren können die Hintergrundinstallation manuell blockieren. Der Markt achtet nun genau auf die Reaktion der IT-Abteilungen. Entsteht neuer Widerstand gegen die breite KI-Einführung?

Neues Preismodell für KI

Parallel dazu ändert der Konzern seine Strategie bei der Monetarisierung. Microsoft stellt Copilot Cowork auf eine nutzungsbasierte Preisgestaltung um. Ferner prüft das Management eine günstigere Modell-Alternative. Das chinesische KI-Modell DeepSeek könnte bald über die Cloud-Plattform Azure bereitstehen.

Diese Option würde alle Sicherheits- und Compliance-Vorgaben für Unternehmen erfüllen. Für die Aktie ist dieser Schritt entscheidend. Eine breitere Verfügbarkeit fördert das Wachstum. Die Kehrseite: Nutzungsbasierte Tarife machen Kunden sensibler für IT-Kosten.

Starke Zahlen, schwacher Kurs

Die fundamentalen Daten stützen den Kurs bisher kaum. Im abgelaufenen Quartal kletterte der Umsatz um 18 Prozent auf knapp 83 Milliarden US-Dollar. Das Cloud-Geschäft wuchs um fast ein Drittel. Das KI-Segment erreichte eine jährliche Umsatzrate von 37 Milliarden US-Dollar.

An der Börse spiegelt sich dieses Wachstum nicht wider. Die Aktie beendete den Freitagshandel bei 332,00 Euro. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von rund 18 Prozent auf der Anzeigetafel. Der Kurs notiert deutlich unter der wichtigen 200-Tage-Linie von 386,71 Euro.

Ein RSI-Wert von 37,8 signalisiert einen fast überverkauften Zustand. Der Abwärtstrend bleibt intakt. Die technische Ausgangslage lässt wenig Spielraum für Enttäuschungen.

Makro-Daten bestimmen die Woche

In den kommenden Tagen rücken US-Wirtschaftsdaten in den Fokus. Am Donnerstag veröffentlicht die Regierung die PCE-Inflationsdaten für den Monat Mai. Technologieaktien reagieren extrem empfindlich auf Zinsänderungen. Die US-Notenbank hielt die Zinsen zuletzt stabil, signalisierte aber mögliche Anhebungen. Höhere Inflationswerte könnten den Druck auf den Microsoft-Kurs weiter erhöhen.