Microsoft erlebt den schwärzesten Börsenmonat seit der Finanzkrise 2008. Im Juni lösten sich mehr als 530 Milliarden Dollar an Marktwert in Luft auf. Der massive Ausverkauf zwingt den Markt zu einer harten Neubewertung.
Aktuell notiert das Papier bei 326,85 Euro. Damit summiert sich das Minus der vergangenen 30 Tage auf gut 15 Prozent. Seit Jahresbeginn steht ein Verlust von rund 19 Prozent auf der Anzeigetafel. Die Aktie handelt mittlerweile weit unter ihren gleitenden Durchschnitten.
Teure KI-Infrastruktur drückt die Stimmung
Der rasante Kursrutsch hat keinen einzelnen Auslöser. Weder Produktflops noch Behörden greifen das Geschäftsmodell an. Vielmehr hinterfragen Investoren die teure Offensive bei der Künstlichen Intelligenz. Der Aufbau der nötigen Infrastruktur verschlingt Milliarden. Parallel dazu wächst die Sorge, dass neue KI-Werkzeuge die Nachfrage nach klassischer Software kannibalisieren.
Diese Unsicherheit drückt die Bewertung. Microsoft wird aktuell nur noch mit dem 19-Fachen der erwarteten Gewinne gehandelt. Das liegt deutlich unter dem historischen Zehnjahresschnitt. Auch Analysten reagieren. Brad Reback von Stifel senkte sein Kursziel von 415 auf 400 Dollar. Er verweist auf den wachsenden Margendruck durch die hohen Investitionen.
Starke Zahlen reichen nicht mehr
Operativ liefert der Konzern weiterhin ab. Das abgelaufene Quartal brachte ein Umsatzplus von 18 Prozent auf knapp 83 Milliarden Dollar. Der operative Gewinn kletterte im gleichen Schritt um 20 Prozent. Auch das Cloud-Geschäft wächst rasant.
Das reine KI-Geschäft erreichte zuletzt eine jährliche Umsatzrate von 37 Milliarden Dollar. Ein Plus von 123 Prozent zum Vorjahr. Soweit so gut. Dennoch fordert der Markt jetzt handfeste Beweise. Das reine Umsatzwachstum reicht nicht mehr aus, um die enormen Kosten der Rechenzentren auszugleichen.
Die Tech-Euphorie weicht einer nüchternen Kalkulation. Microsoft muss in den kommenden Monaten beweisen, dass sich die KI-Milliarden in stabilen Margen niederschlagen. Bis das gelingt, bleibt die Aktie im Modus einer klassischen Bewertungskorrektur.
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