Die britische Wettbewerbsbehörde CMA nimmt das Software-Imperium von Microsoft ins Visier. Am Dienstag veröffentlichten die Aufseher erste Stellungnahmen zu ihrer laufenden Untersuchung. Der Konzern wehrt sich vehement gegen den Vorwurf der Marktdominanz.

An der Börse reagieren Investoren verhalten. Die Microsoft-Aktie notiert aktuell bei knapp 330 Euro und tritt damit auf der Stelle. Seit Jahresanfang steht ein Minus von rund 18 Prozent auf der Anzeigetafel. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch bleibt mit über 30 Prozent gewaltig.

Streit um das Ökosystem

Im Kern geht es um den Status von Microsoft im digitalen Markt. Die CMA prüft eine Einstufung als strategisch dominantes Unternehmen. Das Management weist diese Sichtweise strikt zurück. Die Behörde werfe fünf völlig unterschiedliche Geschäftsbereiche in einen Topf.

Dazu zählen Produktivitätssoftware, Betriebssysteme und Sicherheitslösungen. Microsoft sieht hier kein geschlossenes Ökosystem. Künstliche Intelligenz verschärfe den Wettbewerb sogar massiv. Der Konzern verweist auf starke Konkurrenten wie Google, Oracle oder CrowdStrike.

Cloud und Copilot im Fokus

Die Aufseher treibt eine konkrete Sorge um. Sie prüfen, ob Microsoft seine Marktmacht durch Software-Bündel ausnutzt. Auch voreingestellte Standardwerte stehen auf dem Prüfstand. Besonders wichtig ist den Behörden, wie leicht Konkurrenten ihre eigenen KI-Lösungen an Microsoft 365 und Teams andocken können.

Parallel dazu nimmt die CMA die Lizenzen im Cloud-Geschäft unter die Lupe. Kritiker befürchten Nachteile für Wettbewerber. Microsoft wehrt sich gegen diese Vorwürfe. Alle Produkte nutzen laut dem Konzern offene Schnittstellen. Externe Programme lassen sich demnach problemlos integrieren.

Langer Atem gefragt

Eine schnelle Klärung ist nicht in Sicht. Die Beweisaufnahme läuft noch bis September. Im Oktober plant die Behörde einen ersten Entscheidungsentwurf. Der finale Bericht folgt voraussichtlich erst im Februar 2027.

Die Folge: Das Thema wird den Aktienkurs noch Monate begleiten. Neben der unsicheren KI-Monetarisierung und der schwankenden Cloud-Nachfrage preist der Markt nun einen weiteren Risikofaktor ein. Harte Auflagen für das Software-Geschäft könnten die Margen im kommenden Jahr spürbar belasten.