Microvast Holdings hat am vergangenen Montag die Geschäftsergebnisse für das zweite Quartal 2026 veröffentlicht. Das Unternehmen erzielte einen Umsatz von 87,3 Millionen US-Dollar, womit es die Markterwartungen von 94,4 Millionen US-Dollar nicht erreichen konnte. Ein wichtiges Standbein bildete dabei das Geschäft in Europa: Der Umsatz in der Region stieg deutlich und trug mit einem Anteil von 61 Prozent maßgeblich zum Gesamtergebnis bei.

Umsatzwachstum verfehlt Markterwartungen

Die Bruttomarge für den Berichtszeitraum lag bei knapp 30 Prozent. Der bereinigte Nettoverlust belief sich auf 5,3 Millionen US-Dollar. An der Börse notiert die Aktie am heutigen Montag bei 0,7450 Euro und verbucht damit ein leichtes Kursplus. Die langfristige Entwicklung bleibt jedoch angespannt, da das Papier seit Jahresbeginn einen Rückgang von 69 Prozent hinnehmen musste.

Operative Meilensteine und technologische Fortschritte

Trotz des verfehlten Umsatzziels hält Microvast an seinen operativen Ausbauplänen fest. Der Ausbau der Phase 3.2 am Standort Huzhou in China verläuft laut Unternehmensangaben nach Zeitplan, wobei der Produktionsstart noch für das laufende Jahr 2026 vorgesehen ist.

Auch in den USA stehen wichtige Meilensteine bevor: Die Montage der Pack-Linien in Clarksville, Tennessee, soll bis zum Jahresende die erste Produktion liefern, um die Präsenz auf dem amerikanischen Markt zu stärken.

Im Bereich der Forschung und Entwicklung meldete der Konzern Fortschritte bei seiner Festkörperbatterie-Technologie. Eine im zweiten Quartal vorgestellte bipolare Zelle mit 17 Lagen lieferte in Tests eine Spannung von 72 Volt. Nach hunderten Ladezyklen wies das Bauteil eine Kapazitätserhaltung von 88,5 Prozent auf. Zudem absolvierte die neue Technologie erste Tests bei extremen Temperaturen erfolgreich.

Rechtliche Risiken und neue personelle Weichenstellung

Personell stellte das Unternehmen die Weichen neu und ernannte am 7. August Derek Liu zum Chief Accounting Officer. Überschattet wird die operative Lage jedoch von juristischen Auseinandersetzungen. Medienberichten zufolge läuft eine Frist für eine Sammelklage gegen das Unternehmen.

Anleger, die über einen längeren Zeitraum bis zum Frühjahr 2026 Wertpapiere erworben haben, können bis zum 21. September einen Antrag auf die Rolle des Hauptklägers stellen.