MiniMax erlebt einen schwarzen Donnerstag an der Börse. Heute endete die Haltefrist für fast die Hälfte aller umlaufenden Aktien. Das löste eine Verkaufswelle aus und drückte das Papier auf ein neues Jahrestief.

Der Kurs sackte um rund 18 Prozent auf 33,80 Euro ab. Zeitweise markierte die Aktie bei 32,30 Euro einen neuen Tiefstand. Grund ist das Ende der Sperrfrist für etwa 150 Millionen Anteile. Finanzinvestoren wie Sequoia oder Future Capital können nun frei über ihre Positionen verfügen.

Das Handelsvolumen erreichte dadurch ein Vielfaches des üblichen Durchschnitts. Zwar erklärten Großaktionäre wie Alibaba ihre Treue zum Unternehmen. Die Verkäufe anderer Marktteilnehmer überwogen jedoch deutlich und belasteten den Kurs massiv.

Schwache Margen belasten die Stimmung

Analysten von JPMorgan und der Citigroup zeigten sich zuletzt skeptisch. Sie senkten ihre Kursziele und verwiesen auf die schwierige Kommerzialisierung der KI-Modelle. MiniMax steckt trotz hohen Wachstums noch tief in der Verlustzone.

Im Jahr 2025 stieg der Umsatz zwar auf 79 Millionen US-Dollar. Parallel dazu verbuchte das Unternehmen jedoch einen bereinigten Nettoverlust von 251 Millionen Dollar. Jetzt muss der Fokus stärker auf profitablen Lösungen für Geschäftskunden liegen. Das am 1. Juni gestartete M3-Modell soll hierbei den technologischen Kern bilden.

Hoffnung auf langfristige Wende

Goldman Sachs blickt trotz der aktuellen Turbulenzen optimistischer in die Ferne. Die Investmentbank sieht bis Ende 2026 Potenzial für eine Milliarde Dollar an jährlich wiederkehrenden Umsätzen. Voraussetzung dafür ist eine erfolgreiche Umsetzung der neuen Marktstrategie.

Technisch nähert sich das Papier mit einem RSI von 32,6 einem überverkauften Bereich. Die Volatilität bleibt mit annualisierten 155 Prozent vorerst extrem hoch. In den kommenden Wochen wird sich zeigen, wie nachhaltig die Stabilisierung am neuen Tiefpunkt gelingt.