Frisches Kapital im Milliardenwert reicht nicht aus, um die Anleger von MiniMax zu beruhigen. Während der KI-Spezialist seine Kassen füllt, flieht der Markt aus dem Papier. Die Sorge vor einer massiven Verwässerung wiegt schwerer als die technologische Hoffnung.

MiniMax sammelt rund 16 Milliarden Hongkong-Dollar ein. Das Paket besteht aus einer Privatplatzierung und zinslosen Wandelanleihen. JPMorgan-Analysten rechnen bei einer vollständigen Wandlung mit einer Verwässerung von 17 Prozent für Altaktionäre.

Die Folge: Der Kurs rutscht vorbörslich um 11,65 Prozent auf 22,00 Euro ab. Damit notiert das Papier nur knapp über seinem bisherigen Jahrestief.

Preiskampf und neue Konkurrenz

Der Zeitpunkt für die Kapitalaufnahme ist kritisch. Konkurrent Moonshot AI setzt MiniMax mit dem neuen Modell „Kimi K3“ unter Druck. Branchen-Benchmarks bescheinigen dem Rivalen bereits eine überlegene Performance.

MiniMax senkte parallel dazu die Gebühren für seine Programmierschnittstellen drastisch. Dieser Schritt folgte unmittelbar auf den Start des M3-Modells. Marktbeobachter zweifeln nun an der künftigen Profitabilität des Geschäftsmodells. Der Markt für Sprachmodelle in China entwickelt sich zu einer aggressiven Rabattschlacht.

CEO verzichtet auf Gehalt

Gründer Yan Junjie versucht, das Vertrauen zurückzugewinnen. Er verzichtet ab sofort vollständig auf sein Gehalt. Diese Regelung gilt, bis MiniMax das Ziel einer künstlichen allgemeinen Intelligenz erreicht.

Zusätzlich stellt Junjie eigene Aktienanteile für Mitarbeiter und die Open-Source-Community bereit. Ob dieses Signal reicht, bleibt fraglich. Die Aktie gilt derzeit als hochspekulativ.

Im Juli enden die Haltefristen für mehrere Großaktionäre. Erst danach zeigt sich, ob der Verkaufsdruck nachlässt. Mit einem RSI von 30,5 ist die Aktie technisch überverkauft, was kurzfristige Erholungen begünstigen könnte.