Milliardenschwere Finanzierung auf der einen Seite, ein Kurssturz von 45 Prozent im Monat auf der anderen. Bei MiniMax prallen gerade Welten aufeinander. Während Investoren massiv Kapital zuschießen, drücken auslaufende Haltefristen den Preis nach unten.
Frisches Kapital für die KI-Infrastruktur
Das Unternehmen aus Shanghai sicherte sich in einer hybriden Finanzierungsrunde rund zwei Milliarden US-Dollar. Den Kern bildet die Platzierung von 35,6 Millionen neuen Aktien. Diese wurden zu einem Preis von 268 Hongkong-Dollar ausgegeben.
In der Kasse landeten netto etwa 9,49 Milliarden Hongkong-Dollar. Die Nachfrage der Investoren scheint trotz der volatilen Marktlage stabil.
Zusätzlich gab der KI-Spezialist Wandelanleihen im Wert von 6,5 Milliarden Hongkong-Dollar aus. Die Papiere verzinsen sich nicht und werden im Jahr 2027 fällig. Der anfängliche Wandlungspreis liegt 25 Prozent über dem Referenzkurs.
CEO verzichtet auf sein Gehalt
MiniMax nutzt 80 Prozent der Mittel für den Ausbau der KI-Infrastruktur und die Forschung. Das Management will so den Anschluss an die Weltspitze bei generativen Modellen halten.
CEO IO setzt dabei ein deutliches Zeichen für sein Engagement. Er verzichtet künftig auf sein Gehalt, bis das Unternehmen Künstliche Allgemeine Intelligenz (AGI) erreicht hat. Parallel dazu plant er die Abgabe von fünf Prozent seiner Anteile an Mitarbeiter und die Open-Source-Gemeinschaft.
Lock-up-Ende belastet den Kurs
An der Börse verpufften diese Nachrichten bisher fast vollständig. Die Aktie notiert aktuell bei 26,10 Euro — ein massiver Rückgang gegenüber dem März-Hoch von 145 Euro. Der Relative-Stärke-Index (RSI) signalisiert mit einem Wert von 28,4 inzwischen eine überverkaufte Lage.
Ein Hauptgrund für den Verkaufsdruck war das Ende der Lock-up-Frist am 8. Juli. Rund 160 Millionen Stammaktien kamen damit potenziell auf den Markt. Frühe Investoren können ihre Anteile nun versilbern, was das Angebot schlagartig erhöht hat.
MiniMax spezialisiert sich auf generative Modelle, die Text, Video und Musik verarbeiten. Mit über einer Million Geschäftskunden und weltweit 300 Millionen Nutzern ist die operative Basis breit.
Die frische Finanzierung sichert den teuren Betrieb der Rechenzentren. Ob die fundamentale Stärke die technischen Verkaufssignale bald überwiegt, entscheidet sich an der Marke von 24,30 Euro. Ein nachhaltiges Unterschreiten des aktuellen Jahrestiefs würde das Chartbild weiter eintrüben.
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