Bei der Banca Monte dei Paschi Siena (MPS) prallen am morgigen Mittwoch zwei Welten aufeinander. Während die Führungsriege auf Kontinuität setzt, fordern mächtige Großaktionäre die Rückkehr eines kürzlich entlassenen Vertrauten. Es geht um nichts Geringeres als die Kontrolle über die älteste Bank der Welt für die kommenden drei Jahre.
Machtkampf um den Chefposten
Im Zentrum des Konflikts steht die Besetzung des CEO-Postens. Der amtierende Verwaltungsrat schlägt Fabrizio Palermo vor, den derzeitigen Chef des Versorgers ACEA. Er gilt als Kandidat für Stabilität und institutionelle Vernetzung. Allerdings regt sich massiver Widerstand: Eine Investorengruppe rund um PLT Energia fordert die Wiedereinsetzung von Luigi Lovaglio.
Lovaglio war erst am 7. April nach einem internen Richtungsstreit fristlos entlassen worden. Hintergrund war offenbar seine Haltung zu künftigen Plänen bezüglich der Mediobanca. Reicht die Unterstützung der offiziellen Gremien aus, um den Widerstand von Schwergewichten wie BlackRock zu brechen? Die Antwort darauf wird das Machtgefüge in Siena nachhaltig verschieben.
BlackRock und Norges Bank beziehen Stellung
Die Fronten im Aktionariat sind verhärtet. Mit BlackRock und dem norwegischen Staatsfonds haben sich zwei der einflussreichsten institutionellen Investoren offen gegen den offiziellen Board-Vorschlag gestellt. Beide unterstützen die Rückkehr Lovaglios. Indes empfehlen die Stimmrechtsberater Glass Lewis und ISS den Aktionären, für Palermo zu stimmen. Sie sehen in ihm den geeigneteren Kandidaten für eine mögliche Integration mit Mediobanca, kritisieren jedoch gleichzeitig den überstürzten Auswahlprozess des Verwaltungsrats.
Andere Großaktionäre zögern noch. Die Banco BPM, die 3,7 Prozent der Anteile hält, will ihre Entscheidung erst im letzten Moment treffen. Das italienische Finanzministerium verhält sich derweil neutral und hat seine Aktien nicht für die Abstimmung hinterlegt.
Marktreaktion und Ausblick
Die Aktie spiegelt die Nervosität und die hohen Erwartungen wider. In den vergangenen sieben Tagen legte das Papier um rund 9,3 Prozent zu und notierte zuletzt bei 8,13 Euro. Mit einem RSI von 88,3 gilt der Titel technisch jedoch als massiv überkauft, was das Rückschlagpotenzial nach der Entscheidung erhöht.
Die Abstimmung am Mittwoch wird die strategische Weichenstellung der kommenden Jahre definieren. Bei einer erwarteten Beteiligung von über 68 Prozent wird das Votum der institutionellen Anleger den Ausschlag geben, ob Palermo den Umbau einleitet oder Lovaglio ein überraschendes Comeback feiert.
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