Der toskanische Regionalrat hat einstimmig eine Resolution verabschiedet, die die industrielle und beschäftigungsbezogene Basis der Banca Monte dei Paschi di Siena schützen soll. Der Beschluss vom 7. Juli 2026 unterstreicht die politische Sensibilität rund um die traditionsreiche Bank.

Schutz für 4.400 Arbeitsplätze

Die Regionalregierung wird damit beauftragt, eine gemeinsame Plattform mit nationalen Behörden und lokalen Interessengruppen zu schaffen. Im Fokus stehen rund 4.400 Beschäftigte in der Toskana, davon etwa 2.000 in Siena selbst.

Ein formelles Gutachten des Instituts für Wirtschaftsplanung der Toskana (IRPET) soll innerhalb von 30 Tagen die wirtschaftlichen und beschäftigungspolitischen Folgen möglicher Umstrukturierungen bewerten. Die breite politische Unterstützung für die Motion zeigt, wie stark die Bank regional verankert ist.

M&A-Rummel um die Traditionsbank

Die regionalen Entwicklungen fallen in eine aktive Phase für den italienischen Bankensektor. Marktteilnehmer bewerten derzeit die angekündigte öffentliche Umtauschangebot (OPAS) der Intesa Sanpaolo. Die Bewertung von MPS spiegelt die laufenden Fusions- und Übernahmegespräche wider.

Der italienische Finanzministerium hält noch einen Restanteil von 4,863 Prozent an der Bank. Analysten spekulieren über mögliche Wege zum vollständigen Ausstieg des Staates. Großaktionäre wie die Delfin-Gruppe spielen ebenfalls eine zentrale Rolle in der strategischen Ausrichtung des Instituts.

Die Aktie notiert am Mittwoch bei 10,88 Euro – ein Minus von 2,86 Prozent zum Vortagesschluss. Auf Jahressicht liegt das Papier aber immer noch knapp 17 Prozent im Plus. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 11,70 Euro beträgt rund sieben Prozent. Vom Tief bei 6,81 Euro im März hat sich der Kurs um fast 60 Prozent erholt.