Frankreichs Staatsanleihen können aufatmen. Die Ratingagentur Moody’s hat die Kreditwürdigkeit des Landes unerwartet bei der Note „Aa3“ bestätigt und damit den jüngsten Verkaufsdruck von den Papieren genommen. Am Markt war zuvor fest mit einer Herabstufung gerechnet worden.
Die Erleichterung zeigte sich unmittelbar an den Kurszetteln. Die Rendite der zehnjährigen französischen Papiere fiel am Montag um 0,11 Prozentpunkte auf 4,90 Prozent. In der Vorwoche hatte der Zins zeitweise noch über der Marke von fünf Prozent notiert.
Damit beruhigt sich das Geschehen an den europäischen Rentenmärkten spürbar. Zuvor hatten Marktteilnehmer einen weiteren Zinsanstieg befürchtet, nachdem die beiden Agenturen S&P und Fitch die französische Bonitätsnote bereits gesenkt hatten.
Auch der Zinsabstand zu Bundesanleihen ging zurück. Dieser Risikoaufschlag war vor dem Wochenende auf mehr als 1,7 Prozentpunkte geklettert und hatte den höchsten Stand seit rund eineinhalb Jahrzehnten erreicht. Zehnjährige deutsche Titel rentierten am Montag bei 3,35 Prozent.
Sparhaushalt und politischer Widerstand
Trotz der Entlastung bleibt die Lage angespannt. Moody’s beließ den Ausblick für die Bonitätsnote auf „negativ“, womit eine spätere Herabstufung weiterhin droht. Frankreichs Staatsverschuldung liegt auf dem höchsten Stand seit 1946, während steigende Zinskosten die Handlungsfähigkeit des Staates einschränken.
Premier Sébastien Lecornu versucht mit einem Sparhaushalt für das Jahr 2027 gegenzusteuern. Der Plan sieht Einschnitte in Milliardenhöhe vor, stößt in der Bevölkerung jedoch auf erbitterten Widerstand. Erneute Proteste am Wochenende zeigten, wie schwer die Sanierung der Staatsfinanzen politisch durchzusetzen ist.
Mittelfristig ändert die Entscheidung der Ratingagentur wenig an diesem Grundproblem. In Paris gehen die Verhandlungen über das Budget weiter. Als nächster wichtiger Impuls für die europäischen Rentenmärkte gilt nun die Pressekonferenz der Europäischen Zentralbank am Donnerstag.


