Die Aktie der britischen Bau- und Infrastrukturgruppe Morgan Sindall geriet heute an der Londoner Börse unter spürbaren Verkaufsdruck. Das Papier verbuchte ein Minus von 3,6 Prozent auf 39,60 GBP. Damit notiert der Titel nur noch 0,6 Prozent über seinem 52-Wochen-Tief. Für die Kursabgabe liegen keine negativen Unternehmensnachrichten vor.
Kapitalmaßnahme im Rahmen des Mitarbeiterprogramms
Am heutigen Dienstag beantragte die Morgan Sindall Group die Zulassung von bis zu 40.000 Stammaktien zu je 5 Pence im Rahmen ihres Mitarbeiterbeteiligungsprogramms „2018 Sharesave Plan“. Die Zulassung der neuen Papiere zum Börsenhandel wird für den 15. Oktober 2026 erwartet.
Bereits am 7. Oktober hatte das Unternehmen die Ausgabe von 160.913 Stammaktien bekannt gegeben, um Optionen aus demselben Programm zu bedienen. Diese Papiere wurden auf Daten zwischen dem 11. August und dem 6. Oktober ausgegeben. Derartige Zuteilungen sind für etablierte Unternehmen ein wiederkehrender Routinevorgang und liefern keinen fundamentalen Anlass für die heutige Kursschwäche.
Stabile operative Auftragslage bei Großprojekten
Im operativen Geschäft verzeichnete die Sparte Morgan Sindall Construction in den vergangenen Tagen mehrere Fortschritte. Am 7. Oktober erhielt das Unternehmen den Zuschlag für das Rahmenabkommen „Constructing West Midlands 3“ mit einem Gesamtvolumen von 3 Milliarden Pfund. Die Ernennung erfolgte für das Los der Großprojekte, das Bauvorhaben mit einem Budget von mehr als 10 Millionen Pfund abdeckt.
Zudem schloss der Konzern am 8. Oktober das 35 Millionen Pfund schwere Projekt des Global Health Building für die University of Oxford ab und übergab das Gebäude an den Auftraggeber. Anfang des Monats, am 2. Oktober, begannen die Arbeiten an der Lydiate Primary School in Sefton für das britische Bildungsministerium. Vor gut drei Wochen sicherte sich der Konzern zudem einen Auftrag am Nuklearstandort Sellafield.
Bausektor verharrt in der Kontraktion
Trotz dieser operativen Meldungen agiert Morgan Sindall in einem konjunkturell anspruchsvollen Marktumfeld. Der Einkaufsmanagerindex für die britische Bauwirtschaft verharrte im September bei 46,1 Punkten und verblieb damit unterhalb der Expansionsschwelle, auch wenn er gegenüber den 44,3 Punkten im August leicht zulegte. Medienberichten zufolge ging das Neugeschäft der Branche weiter zurück, wobei sich der Wohnungsbau erneut als schwächstes Teilsegment präsentierte.
Gleichzeitig zeigt die britische Bauindustrie eine deutliche Zweiteilung: Während die Projektstarts im Wohnungsbau sowohl im Quartals- als auch im Jahresvergleich deutlich sanken, zogen die Starts im Tiefbau kräftig an. Morgan Sindall profitiert mit seiner Positionierung zwar weiterhin von institutionellen Aufträgen, kann sich der allgemeinen Branchenmüdigkeit an der Börse aber vorerst nicht entziehen.
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