Mosaic zieht die Notbremse in Südamerika. Der Düngemittelriese kappt seine Produktion in Brasilien massiv, um auf explodierende Kosten und globale Unsicherheiten zu reagieren. Anleger quittierten den Schritt am Freitag mit einem deutlichen Kursplus von gut vier Prozent.
Stillstand in Brasilien
Die Kürzungen betreffen weite Teile des operativen Geschäfts. Das Management verlängert die Stillstände in den Einheiten Tapira und Catalão. Parallel dazu steht ab September eine umfassende Wartung im Uberaba-Komplex an.
Mosaic schließt zudem zwei Mischungsanlagen komplett. Hinter dem Rückzug stehen handfeste Gründe: Steigende Schwefelpreise und geopolitische Instabilitäten belasten die Margen im Phosphatgeschäft. Die Verknappung des Angebots folgt einer klaren Logik. Damit will der Konzern seine eigene Preismacht in einem volatilen Marktumfeld verteidigen.
Schwache Gewinne, günstige Bewertung
Die jüngste Bilanz zeigt Licht und Schatten. Der Umsatz kletterte um 14,4 Prozent auf 3 Milliarden Dollar. Damit wuchs das Geschäft zwar zweistellig, aber die Profitabilität hinkt der Dynamik deutlich hinterher.
Das Ergebnis je Aktie lag bei lediglich 0,05 US-Dollar. Analysten hatten im Vorfeld mit 0,20 US-Dollar gerechnet. Trotz dieser Lücke lockt die Bewertung nun wertorientierte Investoren an.
Die Aktie notiert aktuell bei 18,91 Euro — rund 31 Prozent unter ihrem Jahreshoch. Mit einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von 0,6 liegt das Papier deutlich unter dem Branchendurchschnitt.
Druck durch Großanleger
Institutionelle Investoren zeigten sich zuletzt skeptisch. Die Swedbank reduzierte ihren Anteil im ersten Quartal um 27 Prozent und stieß fast 140.000 Anteile ab. Indes bleibt das gesamte Branchenumfeld angespannt.
Chinesische Exportbeschränkungen treiben die Preise für Spezialdünger massiv in die Höhe. Teils verzeichneten Märkte Preissprünge zwischen 60 und 100 Prozent. Mosaic versucht nun, durch die gezielte Angebotsverknappung in Brasilien die eigenen Margen zu stabilisieren.
Die Stabilisierung des Kurses nach Bekanntgabe der Produktionskürzungen deutet auf ein erstes Aufatmen der Märkte hin. Ob die Strategie nachhaltig greift, entscheidet sich im Herbst. Die für September geplanten Wartungsarbeiten im Uberaba-Komplex sind das nächste Signal für die operative Leistungsfähigkeit.
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