Hohe Bewertung, negative Cashflows und tiefrote Margen. Normalerweise schreckt diese Kombination Investoren ab. Bei MP Materials greifen Marktbeobachter trotzdem zu. Der Grund liegt in Washington. Die US-Regierung schirmt den Produzenten von Seltenen Erden massiv gegen Preisschwankungen ab.

Analysten loben das Geschäftsmodell

Das spiegelt sich im Aktienkurs wider. Auf Jahressicht verzeichnet das Papier ein Plus von rund 150 Prozent. Ende April notierte der Kurs bei knapp 62 US-Dollar. Prominente Unterstützung lieferte zuletzt Jim Cramer. Der CNBC-Moderator lobte das starke Management und den Rückhalt aus Washington. Er bezeichnete die Aktie als einzigen Kaufkandidaten in diesem Sektor.

Parallel dazu äußern sich Analysten positiv. Wedbush startete die Bewertung mit einem Kursziel von 90 US-Dollar. Die Experten verweisen auf die vertikal integrierte Lieferkette. Morgan Stanley senkte das Ziel zwar auf 62 US-Dollar. Die Bank rät aber weiterhin zur Übergewichtung. Der Aufbau einer rein heimischen Lieferkette senke die Risiken erheblich.

Ein staatliches Sicherheitsnetz

Der staatliche Schutz hat seinen Preis. Die Aktie wird mit dem 40-Fachen des Umsatzes gehandelt. Das Unternehmen selbst schätzt einen fairen Wert deutlich niedriger ein. Die freien Cashflows sind negativ. Auch die operativen Margen bleiben während der Aufbauphase im roten Bereich. Ein Risiko. Bullen verweisen jedoch auf einen entscheidenden Vorteil.

MP Materials profitiert von garantierten Mindestpreisen. Ein langfristiger Vertrag mit dem US-Verteidigungsministerium sichert die Einnahmen. Er garantiert über zehn Jahre einen Boden von 110 US-Dollar pro Kilogramm für Neodym-Praseodym-Oxid. Extreme Preisschwankungen am Rohstoffmarkt treffen das Unternehmen dadurch kaum.

Milliarden-Ausbau in Texas und Saudi-Arabien

Abseits der bestehenden Minen plant das Management eine massive Expansion. In Texas soll für über 1,25 Milliarden US-Dollar ein neuer Fertigungskomplex entstehen. Die neue Anlage wird künftig rund 10.000 Tonnen Magnete pro Jahr produzieren. Der Bundesstaat und lokale Behörden fördern das Projekt mit Subventionen von etwa 200 Millionen US-Dollar.

Hinzu kommt ein internationales Projekt. MP Materials plant ein Joint Venture mit dem saudi-arabischen Bergbauunternehmen Maaden. Gemeinsam wollen sie eine Raffinerie für Seltene Erden in Saudi-Arabien bauen. MP Materials und das US-Verteidigungsministerium streben dabei einen Anteil von 49 Prozent an.

Am 7. Mai legt MP Materials die Zahlen für das erste Quartal vor. Nach der starken Kursrallye erwarten Investoren konkrete Fortschritte. Im Fokus stehen Details zum Baufortschritt in Texas und den Lieferverträgen mit Apple und General Motors. Nur wenn die Produktion planmäßig anläuft, lässt sich die hohe Bewertung rechtfertigen.