Mit dem Erwerb einer Mehrheitsbeteiligung in Südosteuropa baut die MS Industrie AG ihr operatives Geschäft aus. Die Tochtergesellschaft MS XTEC GmbH hat am Mittwoch einen Vertrag zur Übernahme von 51 Prozent an dem serbischen Präzisionsfertiger IDAS d.o.o. unterzeichnet. Der Zukauf markiert für den Geschäftsbereich den Schritt zu einem weiteren Fertigungswerk und erweitert das technologische Portfolio.

Zukauf ergänzt bestehende Serienproduktion

Der Neuerwerb mit Sitz in Mol fertigt hochpräzise Metallkomponenten, Industriemodule und Baugruppen. Die Produkte finden vor allem in der Verpackungs- und Prozessindustrie des Pharmasektors Verwendung. Bislang konzentrierte sich MS XTEC vorwiegend auf die automatisierte Serienfertigung. Mit dem Zukauf schließt der Konzern eine Lücke hin zu flexibleren Fertigungsmodellen.

Das Unternehmen kann Kunden nun durchgängig betreuen. Das Leistungsspektrum reicht künftig von der Entwicklung von Prototypen über Kleinserien bis zur Massenfertigung. Gleichzeitig verschafft sich der Konzern Zugang zu neuen Kundenbranchen außerhalb der angestammten Märkte. Die verbleibenden 49 Prozent der Anteile an IDAS verbleiben im Besitz von Jovan Pejić. Zum Kaufpreis machten die beteiligten Parteien keine Angaben.

Kennzahlen und wirtschaftliche Dimension

Der Zukauf bringt ein gewachsenes industrielles Fundament in den Gesamtkonzern ein. IDAS blickt auf eine mehr als 55-jährige Historie zurück und verfügt über Qualitäts- und Umweltzertifizierungen nach ISO 9001, ISO 14001 sowie ISO 45001. Das serbische Unternehmen erzielte im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von rund 8,5 Millionen Euro und beschäftigt rund 190 Fachkräfte.

Zum Vergleich: Die gesamte MS-Industrie-Gruppe wies für das Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von rund 145 Millionen Euro bei etwa 400 Beschäftigten aus. Die Neuakquisition fließt ab Anfang Oktober in den konsolidierten Konzernabschluss ein. Der Zukauf vergrößert somit die industrielle Basis der Gruppe bei Mitarbeitern und Produktionsvolumen spürbar.

Bewertung an den Kapitalmärkten

Am Kapitalmarkt wird die Entwicklung vor dem Hintergrund einer stabilen Bewertung eingeordnet. Die Marktkapitalisierung des Industrieunternehmens liegt bei 35,66 Millionen Euro. Gestern ging die Aktie mit einem Schlusskurs von 1,25 Euro aus dem Handel. Auf Jahressicht notiert das Papier damit 2,5 Prozent im Plus.

Für den Konzern steht nun die operative Verzahnung der neuen Fertigungsstätte mit den bestehenden Einheiten im Fokus. Die Integration soll sicherstellen, dass die erweiterten Fertigungskapazitäten zügig für das Neukundengeschäft nutzbar werden. Durch die Ausrichtung auf Präzisionsanwendungen setzt MS Industrie auf zusätzliche Impulse entlang der industriellen Wertschöpfungskette.