Der globale Aktienmarkt hat am Montag einen neuen Rekordlauf hingelegt. Der Dow Jones schloss mit einem Plus von 1,32 Prozent auf einem Allzeithoch von 53.178,41 Punkten, der S&P 500 legte 1,48 Prozent auf 7.600,50 Zähler zu und lag damit nur noch knapp unter seiner eigenen Bestmarke. Der Nasdaq sprang um 2,13 Prozent nach oben. Grund für die Kauflaune war eine spürbare Entspannung im Verhältnis zwischen den USA und Iran, nachdem US-Präsident Donald Trump laufende Gespräche mit Teheran ins Spiel gebracht hatte. Die Ölpreise brachen daraufhin ein – Brent-Rohöl verlor rund fünf Prozent und rutschte auf etwa 83,75 US-Dollar je Barrel, was die Inflationssorgen an den Anleihemärkten dämpfte.

Breite Erholung stützt den MSCI World ETF

Für einen breit gestreuten Index-ETF wie den MSCI World ETF ist eine solche marktweite Rally besonders relevant, da sie nicht auf einzelne Sektoren beschränkt blieb. Neben den Technologiewerten – Meta legte um sechs Prozent zu, Nvidia um 2,9 Prozent, Tesla um 3,5 Prozent – profitierten auch zyklische Namen wie Boeing, dessen Aktie nach der Zertifizierung der 737-MAX-7-Variante um acht Prozent kletterte, sowie die Fluggesellschaften United und American. Amazon überschritt im Zuge der Rally erstmals eine Marktkapitalisierung von drei Billionen US-Dollar. Untermauert wurde die Stimmung von robusten Unternehmenszahlen: 86 Prozent der S&P-500-Firmen übertrafen zuletzt die Gewinnschätzungen, 68 Prozent lagen auch bei den Umsätzen über den Erwartungen.

Der MSCI World ETF selbst zog am Montag um 1,22 Prozent auf 205,85 US-Dollar an und nähert sich damit wieder seinem 52-Wochen-Hoch, von dem er nur noch rund 2,94 Prozent entfernt notiert. Seit Jahresbeginn steht für das Papier ein Plus von 10,81 Prozent zu Buche. Die Kursentwicklung spiegelt damit unmittelbar den Optimismus wider, der derzeit von den US-Börsen ausgeht und über den global gestreuten Index in nahezu alle entwickelten Märkte durchschlägt.

Analysten warnen vor Übertreibung bei den Tech-Gewinnen

Parallel zur Rekordjagd mehren sich jedoch kritische Stimmen zur Nachhaltigkeit des Aufschwungs. Peter Oppenheimer von Goldman Sachs sprach von einer „Ertragsblase“ im Technologiesektor – nicht von einer Bewertungsblase, sondern von überzogenen Gewinnerwartungen. Torsten Slok von Apollo geht noch weiter und bezeichnet das klassische 60/40-Portfoliomodell aus Aktien und Anleihen angesichts der hohen Konzentration auf KI-Werte und fiskalischer Zwänge als „kaputt“. Slok verweist darauf, dass der freie Cashflow der großen Hyperscaler von 240 Milliarden US-Dollar im Jahr 2024 auf voraussichtlich 73 Milliarden US-Dollar im Jahr 2026 einbrechen dürfte, während sich das Kurs-Gewinn-Verhältnis von Microsoft bereits von 35 auf 22,5 zusammengestaucht hat. Auch bei JPMorgan wächst die Skepsis, ob KI- und Technologiewerte die Marktführung in der zweiten Jahreshälfte behalten können – dort wird zunehmend mit einer breiteren Marktführung gerechnet.

Zusätzliche Nervosität schürt eine Warnung von Investor Michael Burry, der auf die Risiken volatilitätsgesteuerter Fonds hinweist. Diese Strategien verwalten nach seinen Angaben ein Volumen von rund 500 Milliarden US-Dollar und könnten bei stärkeren Kursrückgängen ihre Aktienquote drastisch zurückfahren und damit eine Verkaufswelle auslösen. Ein entsprechender iShares-Momentum-Faktor-ETF auf US-Aktien war bereits um 14 Prozent von seinem Hoch gefallen.

Breite Streuung als Gegengewicht zur Konzentration

Für Anleger im MSCI World ETF bedeutet diese Gemengelage vor allem eines: Die kurzfristige Kursreaktion folgt derzeit eng dem Auf und Ab der großen US-Technologiewerte, die einen wachsenden Anteil an den globalen Aktienindizes stellen. Gleichzeitig zeigt die aktuelle Diskussion um eine mögliche Ertragsblase, dass die Risiken nicht gleichmäßig verteilt sind, sondern sich auf wenige Schwergewichte konzentrieren. Ein breit diversifizierter Index bietet in einem solchen Umfeld zumindest einen gewissen Puffer gegen Einzelwert-Rückschläge – vorausgesetzt, die Rotation zwischen Sektoren, von der zuletzt auch zyklische Werte wie Boeing oder die Fluglinien profitierten, setzt sich fort.