Starke US-Wirtschaftsdaten und sinkende Ölpreise sorgen für Aufatmen an den Aktienmärkten. Der MSCI World ETF profitiert direkt von dieser Stimmung. Er kletterte am Donnerstag auf 200,28 US-Dollar. Das entspricht einem Tagesplus von 0,64 Prozent.

Wachstum schlägt Krisenangst

Der Hauptantrieb für die Kursgewinne kommt aus den USA. Das Handelsministerium korrigierte das Wirtschaftswachstum für das erste Quartal nach oben. Die US-Wirtschaft wuchs aufs Jahr hochgerechnet um 2,1 Prozent.

Parallel dazu entspannt sich die Lage am Ölmarkt. Brent-Rohöl gab seine jüngsten Krisengewinne vollständig ab. Ein möglicher Friedensvertrag zwischen den USA und dem Iran verbesserte die Öllieferungen durch die Straße von Hormus.

Zykliker im Vorteil

Niedrigere Energiekosten senken die Inflationserwartungen. Die Folge: Zyklische und zinssensible Branchen gewinnen an Attraktivität. Genau hier liegt der Schwerpunkt des MSCI World ETFs. Der Fonds investiert fast 30 Prozent seines Kapitals in Technologie-Aktien. Finanzwerte machen gut 16 Prozent aus. Industrieunternehmen folgen mit knapp 12 Prozent.

Diese Struktur macht das Portfolio sehr empfindlich für amerikanische Konjunkturdaten. Der Fonds verwaltet ein milliardenschweres Vermögen und streut das Geld über Aktien aus 23 Industrienationen. Schwellenländer bleiben komplett außen vor. Das unterscheidet ihn von breiteren Welt-Portfolios wie dem MSCI ACWI.

Trendwende oder Strohfeuer?

Trotz des aktuellen Kurssprungs bleibt die kurzfristige Bilanz negativ. Auf Monatssicht steht der ETF noch immer 1,83 Prozent im Minus. Der RSI-Wert von 48,8 signalisiert einen völlig neutralen Markt. Die annualisierte Schwankungsbreite liegt bei moderaten 14,59 Prozent.

Die jüngste Erholung hat den vorherigen Rücksetzer also noch nicht ausgebügelt. Halten die positiven US-Wachstumsdaten an und bleibt der Ölpreis stabil, stützt das die technologielastige Struktur des ETFs. Ein nachhaltiger Ausbruch über das aktuelle Kursniveau erfordert jedoch mehr als nur einen starken Handelstag.