Zwei Quartalsberichte, ein Kurssprung: Apple und Amazon liefern am Donnerstag Zahlen, die weit über den Erwartungen liegen. Der MSCI World ETF reagiert mit einem Plus von 1,92 Prozent und schließt bei 202,98 US-Dollar. Beide Techkonzerne gehören zu den größten Positionen des Fonds — ihr Erfolg zieht den gesamten Index mit nach oben.

Apple mit stärkstem Juni-Quartal der Firmengeschichte

Apple macht rund 5,09 Prozent des MSCI World Portfolios aus. Der Konzern meldet für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2026 einen Rekordumsatz von 109,4 Milliarden Dollar. Das entspricht einem Plus von 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Der Gewinn je Aktie klettert um 29 Prozent auf 2,02 Dollar. Analysten hatten im Schnitt nur 1,89 Dollar erwartet. Haupttreiber ist das iPhone-Geschäft: Die Erlöse steigen um 21,7 Prozent auf 54,3 Milliarden Dollar.

CEO Tim Cook betont zweistelliges Wachstum bei iPhone, Mac und den Serviceangeboten. Apple spricht zudem von einem „KI-Wendepunkt“ nach der Einführung der neuen Siri-KI-Software. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung steigen parallel um 32 Prozent.

Amazon übertrifft Erwartungen deutlich

Amazon steuert etwa 2,91 Prozent zum ETF-Portfolio bei. Der Konzern meldet für das zweite Quartal einen Nettoumsatz von 200,6 Milliarden Dollar. Das Wachstum liegt bei 20 Prozent im Jahresvergleich.

Der ausgewiesene Gewinn je Aktie von 5,75 Dollar sprengt die Konsensschätzung von 1,82 Dollar förmlich. Der Ausreißer hat einen klaren Grund: Ein einmaliger Sondergewinn von 53,4 Milliarden Dollar vor Steuern aus Amazons Investment in das KI-Startup Anthropic treibt die Zahl nach oben.

Operativ überzeugt vor allem das Cloud-Geschäft. Amazon Web Services wächst um 36,7 Prozent auf 42,2 Milliarden Dollar Umsatz — das schnellste Tempo seit 18 Quartalen. CEO Andy Jassy berichtet, die Nachfrage nach KI- und Cloud-Diensten übersteige aktuell die eigenen Kapazitäten. Die Infrastrukturinvestitionen sollen entsprechend hoch bleiben.

Rückenwind auch aus Europa und Japan

Die Techzahlen treffen auf eine freundliche Makrolage. Eurostat meldet für das zweite Quartal 2026 ein Wachstum der Eurozone von 0,4 Prozent — deutlich mehr als die erwarteten 0,2 Prozent und ein klarer Fortschritt gegenüber der Stagnation zu Jahresbeginn. Die gesamte EU wächst sogar um 0,5 Prozent.

In Japan hält die Notenbank ihren Leitzins am Freitag stabil bei 1 Prozent. Acht von neun Mitgliedern des Entscheidungsgremiums stimmen dafür. Nur Board-Mitglied Hajime Takata votiert für eine sofortige Anhebung auf 1,25 Prozent, um Inflationsrisiken zu begrenzen. Die Entscheidung entspricht den Markterwartungen und stützt japanische Aktien, die im MSCI World Index stark gewichtet sind.

Charttechnisch neutral, fundamental stark

Der ETF notiert derzeit 4,29 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 212,08 Dollar vom 12. Juni. Der RSI von 52,8 signalisiert eine neutrale Marktlage — weder überkauft noch überverkauft. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von 9,26 Prozent zu Buche.

Die Kombination aus starken Einzelwerten und soliden Konjunkturdaten gibt dem Fonds Auftrieb, ohne die Marke vom Juni bereits zu erreichen. Die nächsten Quartalsberichte weiterer Schwergewichte im Index dürften zeigen, ob sich das Tempo bei Umsatz und Gewinn in den kommenden Monaten fortsetzt.