MTU Aero Engines steht vor einem Scherbenhaufen beim europäischen Vorzeigeprojekt FCAS. Die Entwicklungsarbeiten für den neuen Kampfjets wurden eingestellt. Jetzt muss der Triebwerksspezialist schnell umsteuern, um seine jahrelange Vorarbeit zu retten.
Das Ende der Arbeiten am Next Generation Fighter trifft MTU im Kern. Jahrelang floss Energie in ein Triebwerk der sechsten Generation. Nun steht das Joint Venture EUMET mit den Partnern Safran und ITP Aero vor einer ungewissen Zukunft. MTU fordert von Berlin und Paris nun klare Zusagen für die industrielle Basis.
Deutsche Allianz soll Expertise retten
MTU reagiert auf den Rückschlag mit der Gründung des „Team Gen 6“. Gemeinsam mit Airbus Defence, Diehl und MBDA will der Konzern die nationale Expertise sichern. Die Allianz soll definieren, wie Deutschland künftig bei modernen Kampfflugzeugen mitmischt. Das Ziel: den Anschluss an die NATO-Partner nicht zu verlieren.
Ottmar Pfänder, MTU-Chef für Programme, betonte auf der ILA Berlin die Notwendigkeit dieses Schritts. Der Bedarf an moderner Technik sei unverändert hoch. Die neue Allianz sucht nun einen politischen Rahmen für künftige Projekte. Parallel dazu bleibt das zivile Geschäft die wichtigste Säule für den Konzern.
Anleger reagieren skeptisch
Die Aktie notiert am Donnerstagvormittag bei 297,40 Euro. Das entspricht einem leichten Minus von 0,83 Prozent. Im laufenden Jahr verlor der Titel bereits knapp 20 Prozent an Wert.
Vom 52-Wochen-Hoch bei 404,50 Euro ist der Kurs weit entfernt. Die Volatilität lag zuletzt annualisiert bei fast 50 Prozent. Das Papier stabilisiert sich aktuell über dem Jahrestief von 266,30 Euro. Der Relative Strength Index signalisiert mit 47,5 eine neutrale Marktlage.
Die Neuausrichtung im militärischen Sektor wird die Strategie in den kommenden Monaten prägen. MTU sucht über die „Team Gen 6“-Allianz den Anschluss im Verteidigungsgeschäft. Die nächsten politischen Weichenstellungen für nationale Rüstungsprojekte entscheiden über die langfristige Perspektive der Sparte.
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