Munich Re steckt im Kurstal — und setzt genau jetzt auf Expansion. Der Münchener Rückversicherer baut sein Cyber-Geschäft in Asien-Pazifik und Afrika gezielt aus und schickt dafür zwei Führungskräfte vor Ort.
Neue Köpfe, neue Märkte
Marco Petrovic übernimmt ab August das Cyber-Geschäft für Asien ohne Greater China. Er zieht nach Singapur und leitete die Region bislang von München aus. Johanna Roman verantwortet ab 1. Juli Australasien, Greater China und Afrika — mit Sitz in Sydney. Sie bringt über zwei Jahrzehnte Rückversicherungserfahrung mit und ist seit 2022 bei Munich Re.
Der Hintergrund: In Asien klafft die größte Cyber-Schutzlücke weltweit. Petrovic betont, dass fehlende Schadendaten in weniger reifen Märkten nicht mit geringem Risiko gleichzusetzen sind. Strengere Zeichnungsdisziplin sei deshalb Pflicht.
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Der globale Cyber-Versicherungsmarkt umfasst derzeit rund 15 Milliarden US-Dollar. Bis 2028 könnten die weltweiten Kosten durch Cyberkriminalität auf 14 Billionen US-Dollar steigen. Ransomware, Datenschutzverletzungen und DDoS-Angriffe treiben den versicherten Schaden — und damit die Nachfrage.
Kursdruck aus dem Kerngeschäft
Die Aktie notiert bei 449,90 Euro. Das sind rund 26 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch. Der Grund liegt nicht im Cyber-Bereich, sondern im klassischen Rückversicherungsgeschäft.
Die Juni-Erneuerungsrunde brachte branchenweite Preiszugeständnisse. Rekordmengen an Kapital — darunter Katastrophenanleihen — stärken die Verhandlungsposition der Erstversicherer. Das drückt die Margen.
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Munich Re kauft trotzdem weiter eigene Aktien zurück. In der jüngsten Kaufphase erwarb der Konzern rund 293.000 Papiere. Seit Programmstart sind es 764.000 Aktien — 0,60 Prozent des Grundkapitals. Das Gesamtprogramm umfasst 2,25 Milliarden Euro und läuft bis April 2027.
Gewinnziel bleibt, Juli wird Prüfstein
Am Jahresziel hält der Vorstand fest: 6,3 Milliarden Euro Gewinn für 2026. Die Solvency-II-Quote liegt bei 292 Prozent — fast 50 Punkte über dem internen Zielwert. Die Kapitalbasis ist solide.
Die nächste Bewährungsprobe kommt schnell. Die Juli-Vertragserneuerungsrunde entscheidet, ob Munich Re das Preisniveau halten kann. Das Management gibt sich vorsichtig optimistisch. Am 7. August folgt der Halbjahresbericht — dann zeigt sich, wie viel davon Substanz hat.
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