Mutares setzt seinen Akquisitionskurs fort. Die Münchener Beteiligungsgesellschaft hat eine Vereinbarung zur Übernahme der Synthomer A.S. unterzeichnet — ein Carve-out-Deal, der das Portfolio im Segment Chemicals & Materials gezielt erweitert.

Tschechische Spezialchemie als neuer Baustein

Das übernommene Unternehmen kommt aus dem Portfolio der britischen Synthomer plc. Die tschechische Tochtergesellschaft erzielte 2025 rund 110 Millionen Euro Umsatz und beschäftigt etwa 300 Mitarbeiter. Kernkompetenz sind flexible Produktionsstrukturen für Acrylsäuren und Acrylester — Produkte, die in Beschichtungen, Klebstoffen und Superabsorbern eingesetzt werden.

Der Deal folgt dem vertrauten Mutares-Muster: Ein Konzern trennt sich von einem Randbereich, Mutares übernimmt, richtet operativ neu aus und erhöht den Unternehmenswert mit dem Ziel eines späteren Exits. Dass das Segment Chemicals & Materials dabei gezielt gestärkt wird, deutet auf eine Plattformstrategie hin — Synthomer A.S. könnte als Anker für weitere Zukäufe in der Spezialchemie dienen.

Carve-out-Logik im SDax

Mutares gehört zu den wenigen deutschen Beteiligungsgesellschaften, die Carve-outs systematisch als Wachstumsmodell nutzen. Während viele Nebenwerte derzeit mit Zurückhaltung auf das Marktumfeld reagieren, liefert Mutares Deal-Aktivität. Das allein ist noch kein Erfolgsgarant — entscheidend wird sein, wie schnell die operative Neuausrichtung bei Synthomer A.S. greift.

Die Transaktion muss noch die üblichen regulatorischen Hürden nehmen. Mit dem Abschluss ist kurzfristig zu rechnen, ein konkreter Termin steht allerdings noch aus. Gelingt die Integration zügig, rückt ein möglicher Exit dieses Portfoliobausteins in den nächsten Jahren in den Blick — und damit der eigentliche Renditetreiber für Mutares-Aktionäre.