Mutares Aktie: Ursache der Enttäuschung?

Der Private-Equity-Konzern Mutares schließt eine Kapitalerhöhung über 105 Millionen Euro ab, sieht jedoch einen Covenant-Bruch in der Bilanz und kündigt Gegenmaßnahmen an.

Mutares Aktie
Kurz & knapp:
  • Kapitalerhöhung bringt 105 Millionen Euro ein
  • Covenant-Bruch bei Nettoverschuldung erwartet
  • Anleihenrückkauf als Gegenmaßnahme geplant
  • Umsatz- und Gewinnziele für 2026 bestätigt

Am 28. April kommen bei Mutares gleich drei Ereignisse zusammen: der vollständige Geschäftsbericht 2025, die Handelszulassung der neuen Aktien aus der Kapitalerhöhung — und die Frage, wie Anleger die angespannte Bilanzlage einordnen.

Kapitalerhöhung bringt 105 Millionen Euro

Die Kapitalerhöhung mit Bezugsrecht ist abgeschlossen. Insgesamt wurden rund 4,27 Millionen neue Aktien zum Preis von 24,50 Euro platziert — davon gut 3,19 Millionen während der Zeichnungsfrist vom 8. bis 21. April, der Rest aus einer Vorplatzierung. Der Bruttoemissionserlös beläuft sich auf rund 105 Millionen Euro. Nach Eintragung der zweiten Tranche steigt das Grundkapital auf knapp 25,6 Millionen Euro.

Der Aktienkurs notiert derzeit auf dem 52-Wochen-Tief bei 24,80 Euro — was dem Zeichnungspreis praktisch entspricht und zeigt, wie wenig Puffer Neuzeichner haben.

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Covenant-Bruch und Gegenmaßnahmen

Der Geschäftsbericht wird vor allem auf die Bilanzlage geprüft. Der Jahresüberschuss der Holding stieg 2025 auf 130,4 Millionen Euro, der Konzernumsatz kletterte auf 6,5 Milliarden Euro. Auf den ersten Blick solide Zahlen.

Allerdings geht der Vorstand davon aus, dass ein Covenant in den Anleihebedingungen — das Verhältnis von Nettoverschuldung zu Eigenkapital — nicht eingehalten werden kann. Ursachen sind Bewertungseffekte, weniger Transaktionen mit positivem Eigenkapitaleffekt im vierten Quartal sowie gestiegene Leasingverbindlichkeiten. Als Gegenmaßnahme will Mutares ab dem zweiten Quartal mindestens 25 Millionen Euro pro Quartal der Anleihe 2023/2027 zurückkaufen und das Anleihenvolumen bis Ende 2026 auf 250 bis 300 Millionen Euro reduzieren. Die Covenant-Anforderungen sollen damit zum Ende des zweiten Quartals wieder erfüllt sein.

Portfolio-Umbau und US-Expansion

Parallel laufen mehrere Transaktionen. Der Verkauf der inTime Group ist abgeschlossen, Prozesse für Peugeot Motocycles und das polnische Busunternehmen Relobus laufen. Im Automotive-Bereich übernimmt Mutares zwei Geschäftsbereiche von Magna — das europäische Beleuchtungsgeschäft sowie das Car-Top-Systems-Geschäft — mit einem kombinierten Umsatzvolumen von rund 320 Millionen US-Dollar. Beide Deals sollen voraussichtlich im zweiten Quartal 2026 abgeschlossen werden.

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In den USA plant Mutares einen zweiten Standort neben Chicago. Die dortige Akquisitionspipeline umfasst Targets mit einem Gesamtumsatz von rund 4,8 Milliarden Euro, verbunden mit der Erwartung höherer Exit-Multiples als in Europa.

Prognose und nächste Termine

Für 2026 peilt Mutares einen Konzernumsatz zwischen 7,9 und 9,1 Milliarden Euro sowie einen Jahresüberschuss der Holding von 165 bis 200 Millionen Euro an. Die Mittelfristziele bis 2030 sehen ein jährliches Wachstum von 25 Prozent vor — sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn.

Nach dem Geschäftsbericht am 28. April folgt am 12. Mai der Quartalsbericht für Q1 2026. Am 3. Juli findet die ordentliche Hauptversammlung statt — dort dürfte auch die Dividendenfähigkeit für 2025 final bewertet werden.

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