Der NASDAQ 100 rutscht am Mittwoch unter die psychologisch wichtige Marke von 30.000 Punkten. Investoren trennen sich in großem Stil von Halbleiter-Aktien. Die Nervosität steigt spürbar. Am Nachmittag entscheidet die US-Notenbank über den weiteren Zinskurs.

Halbleiter unter Druck

Gewinnmitnahmen prägen das Bild bei den Tech-Schwergewichten. Besonders Chip-Werte geraten massiv unter die Räder. Die Papiere von Advanced Micro Devices brechen um über fünf Prozent ein. Auch Micron und Broadcom verzeichnen deutliche Verluste.

Microsoft und NVIDIA ziehen den Index ebenfalls nach unten. Parallel dazu zeigen sich einige große Tech-Konzerne robuster. Alphabet und Apple verbuchen leichte Kursgewinne. Amazon hält sich knapp im Plus. Die Folge: Eine klare Sektor-Rotation weg von hochgelaufenen Chip-Werten hin zu defensiveren Wachstumstiteln.

Warten auf Kevin Warsh

Der Blick der Märkte richtet sich nun auf Washington. Um 14:00 Uhr Ortszeit gibt die Federal Reserve ihre Zinsentscheidung bekannt. Experten erwarten unveränderte Leitzinsen in einer Spanne von 3,5 bis 3,75 Prozent.

Eine halbe Stunde später tritt Fed-Chef Kevin Warsh vor die Presse. Seine Aussagen zur künftigen Geldpolitik könnten die Richtung für die kommenden Wochen vorgeben. Der Volatilitätsindex VIX kletterte bereits auf über 16 Punkte. Das signalisiert eine wachsende Unsicherheit der Marktteilnehmer.

Entspannung am Ölmarkt

Abseits der Zinspolitik sorgen geopolitische Hoffnungen für Bewegung. Der Preis für Brent-Rohöl fällt unter 80 US-Dollar pro Barrel. Hintergrund ist ein möglicher Friedensvertrag zwischen den USA und dem Iran. Das lindert Angebotssorgen und könnte den Inflationsdruck dämpfen.

Am Anleihemarkt herrscht derweil Ruhe. Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen verharrt bei 4,44 Prozent. Gold notiert weiterhin oberhalb von 4.300 US-Dollar.

Charttechnisch steht der NASDAQ 100 an einem kritischen Punkt. Fällt der Index nachhaltig unter sein aktuelles Niveau, rückt die Unterstützungszone bei 29.700 Punkten in den Fokus. Ein tieferer Rutsch könnte den Kurs bis an die 50-Tage-Linie drücken. Auf der Oberseite blockiert das bisherige Wochenhoch bei knapp 30.600 Zählern eine schnelle Erholung.