Eigentlich sollte der verkürzte Handel zur Wochenmitte ruhig verlaufen. Doch stattdessen erlebte der NASDAQ 100 einen schweren Rückschlag. Der Index schloss am Donnerstag mit einem Minus von 1,61 Prozent bei 29.329 Punkten.
Der entscheidende Verlusttag folgte auf zwei gegenläufige Entwicklungen. Ein massiver Ausverkauf bei Halbleiterwerten und enttäuschende Arbeitsmarktdaten trafen zeitgleich aufeinander.
Die Schwäche im Tech-Sektor stand im Kontrast zur Entwicklung anderer Leitindizes. Während der Dow Jones neue Rekordhöhen erklomm, zog der NASDAQ 100 die Verluste aus seiner schweren Gewichtung in Tech-Titeln.
Chip-Branche verliert Boden
Den stärksten Abverkauf verzeichneten Halbleiterwerte. SanDisk stürzte um 13 Prozent ab. Analysten verwiesen auf Überkapazitäten und sinkende Nachfrage nach spezieller KI-Hardware.
Die Verluste erfassten die ganze Branche. Micron Technology verlor 9,55 Prozent, Marvell Technology gab 9,79 Prozent nach. Lumentum Holdings verbuchte einen Rückgang von 8,46 Prozent.
Hinzu kamen schwache US-Arbeitsmarktdaten. Nur 57.000 neue Stellen schuf die Wirtschaft im Juni – weit unter den erwarteten 115.000. Die Zahl dämpfte die Hoffnung auf eine schnelle Zinssenkung.
Fed-Chef Kevin Warsh bestätigte auf dem EZB-Forum in Sintra die datenabhängige Haltung der Notenbank. Signale für eine baldige Leitzinswende blieben aus.
Institutionen steuern um
Die Marktbreite fiel deutlich negativ aus. Auf jeden Gewinner kamen mehrere Verlierer. Das Handelsvolumen stieg auf 504 Millionen Aktien – institutionelle Anleger passten ihre Positionen vor dem Feiertagswochenende an.
Kurz vor Handelsschluss häuften sich große Block-Trades. Das deutet auf systematische Risikoreduzierung hin. Die Optionsmärkte zeigten einen sprunghaften Anstieg der Put/Call-Ratio.
Der NASDAQ 100 durchbrach im Tagesverlauf seine 50-Tage-Linie. Technische Analysten beobachten nun die runde Marke von 29.000 Punkten. Der RSI deutet auf nachlassende Aufwärtsdynamik hin.
Tagesgewinner im Schatten des Abverkaufs
Trotz des breiten Ausverkaufs fanden einige Werte Käufer. AeroVironment legte 11,6 Prozent zu. Rivian gewann 9,2 Prozent – der Elektroautohersteller hatte zuvor seine Lieferprognose für 2026 angehoben.
Netflix zog um 4,08 Prozent an, Amazon um 1,73 Prozent und Microsoft um 1,7 Prozent. Diese Titel profitierten von ihrer defensiveren Positionierung innerhalb des Tech-Sektors.
Der reguläre Handel wird am Montag, den 6. Juli, wieder aufgenommen. Anleger beobachten dann, ob der Index an der Marke von 29.000 Punkten stabil bleibt. Ein Rutsch darunter könnte den Druck auf hoch bewertete Tech-Aktien weiter erhöhen.
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