Die Erholung an der Nasdaq hielt nur kurz. Der NASDAQ 100 drehte im Handelsverlauf ins Minus und notierte zuletzt 0,36 Prozent tiefer bei 28.284 Punkten. Vor Apples Zahlen nach Börsenschluss und den US-Zwischenwahlen am Dienstag zeigten sich die Käufer zurückhaltend, trotz des fallenden Ölpreises.

Der Index kommt aus einem schwachen Freitag. Enttäuschende Geschäftsaussagen von Amazon und Intel hatten ihn um rund dreieinhalb Prozent gedrückt. Der Dow Jones lag zuletzt 0,91 Prozent im Plus und machte sein Freitagsminus fast wett. Der S&P 500 gewann 0,15 Prozent.

Apple vor den Zahlen, Oracle und Marvell unter Druck

Bei Apple gab es weitere Gewinnmitnahmen, die Aktie verlor 2,1 Prozent. Erst am Donnerstag hatte sie ihr Rekordhoch vom 23. Oktober getestet. Im Rennen um das wertvollste Börsenunternehmen liegt Nvidia wieder knapp vorn. Analyst Andreas Lipkow von CMC Markets erwartet, dass vor allem der Ausblick auf das Jahresendgeschäft genau geprüft wird.

Marvell Technology rutschte um 8,7 Prozent ab. Das Unternehmen hat die Übernahme von Lumentum bestätigt und bewertet den Laserspezialisten inklusive Schulden mit rund 115 Milliarden Dollar. Bezahlt werden soll komplett mit Marvell-Aktien. Lumentum gab am Index-Ende um 14 Prozent nach.

Oracle sank um 6,2 Prozent. Der Softwarekonzern will laut SEC-Mitteilung neue Aktien für rund 10 Milliarden Dollar ausgeben und hat zusätzlich Anleihen im gleichen Umfang platziert. Erst in der Vorwoche hatte das Unternehmen angekündigt, sich bis Mitte 2030 nur noch 20 Milliarden Dollar am Finanzmarkt zu beschaffen.

KI-Kosten belasten die Stimmung

Alphabet erholte sich um 1,3 Prozent. Der Konzern bereitet Kreisen zufolge eine zweite Euro-Anleiheemission in diesem Jahr vor. Seine Quartalszahlen hatten zuletzt die Sorgen über die Höhe der KI-Investitionen verstärkt und allein am Donnerstag fast 500 Milliarden Dollar Börsenwert vernichtet.

Zusätzliche Unruhe brachte Anthropic. Das KI-Unternehmen meldete vor seinem Börsengang einen Verlust von 104 Milliarden Dollar seit Jahresbeginn.

Am Rand des Index sorgten zwei Gegenpole für Ausschläge. Inovio Pharmaceuticals sprang um gut 240 Prozent, nachdem die FDA eine beschleunigte Zulassung für die Immuntherapie Voceryq erteilt hatte. Check Point Software fiel um 4,2 Prozent, weil der Umsatz im dritten Quartal unter den Analystenschätzungen lag.

Technisch hatte der Index zuletzt die 200-Tage-Linie im Tageschart erfolgreich verteidigt. Die Apple-Zahlen nach Handelsschluss dürften zeigen, ob diese Marke weiter trägt.