Der Freitag hinterließ Spuren. Der NASDAQ 100 verlor innerhalb eines einzigen Handelstages mehr als 1.100 Punkte und schloss nahe seines Tagestiefs bei knapp 29.000 Punkten — ein Rückgang von 4,8 Prozent. Mit einer Handelsspanne von 1.280 Punkten war die Volatilität außergewöhnlich hoch. Zum Wochenstart dreht das Bild nun jedoch: Der Index wurde vorbörslich rund 1,6 Prozent höher bei etwa 29.400 Punkten gehandelt.
Drei Auslöser für den Ausverkauf
Die Verkaufswelle vom Freitag speiste sich aus mehreren Quellen. Der US-Arbeitsmarktbericht für Mai fiel deutlich stärker aus als erwartet — die Beschäftigung legte kräftig zu, die Arbeitslosenquote verharrte bei 4,3 Prozent. Das ließ Spekulationen über eine Leitzinserhöhung durch die Fed aufflackern: Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen stieg auf 4,57 Prozent. Für Technologieaktien ist ein solches Umfeld besonders heikel, weil höhere Zinsen die Bewertung künftiger Gewinne drücken.
Hinzu kommt geopolitische Spannung. Nachdem Israel erneut militärische Ziele im Iran angegriffen hat und der Iran mit Raketenangriffen antwortete, sprang der Brent-Ölpreis auf über 96 Dollar je Barrel. Höhere Energiepreise verstärken Inflationserwartungen — und erschweren der US-Notenbank die Rückkehr zu einer lockereren Geldpolitik.
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Der Ausverkauf traf den Halbleitersektor besonders hart. Der entsprechende Index brach um rund 10 Prozent ein. In Asien setzte sich der Abverkauf fort: Samsung verlor zeitweise 11 Prozent, SK Hynix rund 10 Prozent.
Technische Lage bleibt angespannt
Trotz der vorbörslichen Erholung ist das kurzfristige Chartbild getrübt. Im Stundenchart notiert der Index unter seiner 20-Stunden-Linie bei 29.428 Punkten sowie deutlich unter der 200-Stunden-Linie bei 30.227 Punkten. Solange diese Niveaus nicht zurückerobert werden, bleibt das technische Momentum bärisch.
Die entscheidende Unterstützung liegt im 4-Stunden-Chart bei 28.883 Punkten — der 200-Perioden-Durchschnittslinie. Hält der Index dieses Niveau nicht, rücken 28.750 und 28.490 Punkte ins Blickfeld.
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Auf der Oberseite bildet die SMA50 bei 29.958 Punkten einen ersten Widerstand.
Was jetzt zählt
Die Erholung zum Wochenstart dürfte auch von der Citigroup mitgetragen werden: Die Bank bleibt für den Halbleitersektor zuversichtlich und sieht in vier von sieben Endmärkten starke oder verbesserte Nachfrage. Marvell Technology erhielt zusätzlichen Auftrieb durch die Ankündigung, am 22. Juni in den S&P 500 aufgenommen zu werden.
Fundamental richtet sich der Blick nun auf die Inflationsdaten dieser Woche und die Fed-Sitzung am 16. und 17. Juni unter dem neuen Notenbankchef Kevin Warsh. Dessen erste öffentliche Signale zur Zinspolitik könnten dem Markt die Richtung vorgeben — in die eine oder andere Richtung.
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