Trumps überraschender Rückzug von geplanten Angriffen auf den Iran hat dem Nasdaq 100 am Donnerstag den nötigen Schub gegeben. Der Technologieindex schloss mit einem Plus von 3,29 Prozent bei 29.446 Punkten — und machte damit den schwachen Vortag nahezu vollständig wett.
Der geopolitische Impuls kam in einer ohnehin aufgeheizten Stimmung. Laut Marktbeobachter Julian Emanuel von Evercore ISI trieb schon vor Trumps Ankündigung die Furcht, den SpaceX-Börsengang zu verpassen, Anleger in Technologiewerte. Beide Faktoren zusammen entfachten eine breite Erholung in zuletzt gebeutelten Sektoren.
Halbleiter führen die Erholung an
Besonders Chiptitel profitierten. KLA, Lam Research und Micron Technology verbuchten Kursgewinne von bis zu 12,9 Prozent und belegten die Spitzenpositionen im Index. Intel legte 9,3 Prozent zu — befeuert durch einen Kurswechsel der Bank of America, die die Aktie nun zum Kauf empfiehlt und optimistischer für Intels Aussichten in den Bereichen Prozessoren und Auftragsfertigung ist.
Ein Gegengewicht bildete Oracle: Trotz solider Quartalszahlen brachen die Aktien um 8,5 Prozent ein. Kritikpunkt waren anhaltend hohe Investitionsausgaben für den Ausbau von Rechenzentrumskapazitäten. Paradoxerweise interpretierten Anleger genau diese Ausgaben als Signal für kräftige Halbleiternachfrage — was Chipwerten zusätzlichen Auftrieb gab.
Technisches Bild hellt sich auf
Im Frühhandel am Freitag behauptet sich der Index oberhalb der 29.500-Punkte-Marke. Das kurzfristige Chartbild hat sich merklich verbessert: Der Nasdaq 100 notiert im Stunden- und 4-Stunden-Chart wieder über relevanten gleitenden Durchschnitten. Der nächste nennenswerte Widerstandsbereich liegt zwischen 29.693 und 29.750 Punkten, wo die SMA50 im 4-Stunden-Chart und die SMA200 im Stundenchart zusammenfallen. Ein Ausbruch darüber könnte die Tür zur 30.000-Punkte-Marke öffnen.
Nach unten gilt die Zone zwischen 29.140 und 29.250 Punkten als wichtige Unterstützung. Solange diese hält, sehen Techniker die Wahrscheinlichkeit für weiter steigende Kurse leicht im Vorteil. Ob Trumps Iran-Meldung — die Teheran teils dementierte — als dauerhafter Kurstreiber taugt, bleibt die offene Variable in dieser Rechnung.
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