Der Index markiert ein neues Allzeithoch, obwohl die Anleiherenditen auf Mehrjahreshochs stehen. Hinter dem Rekord steckt allerdings eine Rally, die nur wenige Schwergewichte trägt.
Nvidia und Microsoft ziehen den Index
Der Nasdaq 100 legte zum Wochenstart um 0,87 Prozent zu und schloss bei rund 31.117 Punkten auf einem Rekordniveau. Haupttreiber waren kräftige Kursgewinne bei Nvidia und Microsoft. Sie zogen auch den S&P 500 bis knapp an sein Allzeithoch heran. Bei diesem steht noch ein kleiner Abstand aus.
Marktbeobachter weisen auf die engen Grundlagen der Bewegung hin: Nur ein kleiner Teil der US-Aktien trägt den Aufschwung. Der Rekord wirkt damit breiter, als er tatsächlich ist.
Die asiatischen Börsen griffen die Tech-Stimmung am Dienstag auf. Der japanische Nikkei 225 gewann 1,1 Prozent, der Hang Seng 0,8 Prozent. Die chinesischen Festlandsbörsen blieben wegen der „Goldenen Woche“ geschlossen. Die Futures in Europa und den USA deuten auf einen weiteren Anlauf nach oben hin.
Rentenmarkt bleibt der Gegenwind
Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen stieg auf rund 5,32 Prozent. Das ist der höchste Stand seit 2002. Zweijährige Papiere rentieren nahe 4,83 Prozent. Auch Staatsanleihen aus Japan, Australien und Neuseeland standen unter Druck.
Für wachstumsstarke Technologiewerte ist das ein heikles Umfeld. Höhere Renditen drücken tendenziell die Bewertung künftiger Gewinne. Bislang ignoriert der Markt diesen Zusammenhang.
Der Ölpreis liefert zusätzlichen Zündstoff. Brent erholte sich um 0,6 Prozent auf rund 100,90 Dollar je Barrel. Die LBBW sieht kurzfristig weiter die Gefahr neuer Angriffe auf Pipelines und Raffinerien samt neuer Preissprünge. Hohe Energiepreise nähren die Inflation und stützen die Erwartung einer restriktiven Geldpolitik.
Der Euro notiert unterdessen nahe seinem 17-Monats-Tief, belastet auch von der fiskalischen Lage in Frankreich. Gold gab leicht um 0,4 Prozent auf etwa 4.120 Dollar je Unze nach.
Für den Nasdaq 100 gilt damit: Solange Nvidia und Microsoft liefern, trägt der Rekord. Rutschen die beiden Schwergewichte ab, fehlt dem Index die breite Unterstützung, die den Renditeanstieg abfedern könnte.
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