Der Dow Jones markierte am Dienstag das vierte Rekordhoch in Folge. Der Nasdaq 100 tat sich damit schwer — Chip-Aktien rissen den Technologieindex deutlich nach unten. Ein Rekordergebnis von Samsung reichte den Anlegern nicht mehr, um die ohnehin hohen Erwartungen zu übertreffen.
Der Nasdaq 100 schloss den Handelstag 1,77 Prozent leichter bei 29.173,02 Punkten. Damit kam die jüngste Kurs-Rally vorerst zum Stillstand. Der Dow gab im Vergleich nur moderat nach und beendete den Tag bei 52.925,15 Zählern, der marktbreite S&P 500 verlor 0,45 Prozent auf 7.503,85 Punkte.
Besonders die Halbleiterbranche geriet unter Druck. Micron, Intel und AMD verloren zwischen fünf und knapp zehn Prozent, Western Digital rutschte ähnlich stark ab. Auch Nvidia musste Verluste hinnehmen — Berichte über einen eigenen KI-Chip des chinesischen Anbieters Deepseek schürten Sorgen um die Marktposition des US-Konzerns. Marktbeobachter Stephen Innes wertet die Reaktion als Zeichen einer veränderten Erwartungshaltung: Nicht mehr die reine KI-Nachfrage zähle jetzt, sondern das Tempo, mit dem sich die bereits hohen Bewertungen noch rechtfertigen lassen.
Volatilität weckt alte Erinnerungen
Parallel zu den Rekordständen nimmt die Schwankungsbreite spürbar zu. Ein Muster, das manche Beobachter mit der Phase kurz vor dem Platzen der Dotcom-Blase vergleichen — steigende Kurse bei gleichzeitig wachsender Nervosität unter der Oberfläche. Kein Wunder, dass die jüngste Achterbahnfahrt der Chip-Werte diese Diskussion neu befeuert.
Technisches Bild bleibt angeschlagen
Der Index eröffnete am Dienstag bei 29.489 Punkten, geriet im Tagesverlauf zeitweise auf 29.013 Punkte zurück und erholte sich zum Handelsende nur teilweise. Die Handelsspanne von über 500 Punkten zeigt, wie nervös der Markt aktuell reagiert.
Für den weiteren Verlauf gilt die Marke von 29.150 Punkten als entscheidend. Solange der Nasdaq 100 unter seinem 20-Tage-Durchschnitt notiert, bleibt das kurzfristige Bild bärisch angehaucht. Erst ein Ausbruch über die gleitenden Durchschnitte der letzten 20, 50 und 200 Handelstage würde die technische Lage spürbar aufhellen.
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