Der Nasdaq 100 hat am Freitag eine wichtige technische Schwelle gebrochen. Zum ersten Mal seit zehn Monaten schloss der Index unterhalb seiner 200-Tage-Linie — ein Signal, das Techniker als Bestätigung eines übergeordneten Abwärtstrends werten. Treiber waren erneut aufgeflammte Spannungen im Nahen Osten und wachsende Stagflationssorgen.

Breiter Ausverkauf, schmale Erholung

Der Freitag verlief für Tech-Anleger unangenehm. Von den 100 Indexmitgliedern schlossen lediglich 27 im Plus — die Gewinner konzentrierten sich auf defensive Sektoren wie Lebensmittel und Versorger. Kraft Heinz, Constellation Energy und PepsiCo gehörten zu den wenigen Lichtblicken.

Die sogenannten „Magnificent 7″ belasteten dagegen überproportional. Microsoft und Meta Platforms haben inzwischen rund 30 Prozent von ihren Hochs aus dem Jahr 2025 abgegeben. Erschwerend kam hinzu, dass die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen auf 4,41 Prozent stieg — den höchsten Stand seit Juli 2025. Für wachstumsorientierte Tech-Werte ist das ein ungünstiges Umfeld.

Der steigende Ölpreis infolge des Iran-Konflikts verstärkt das Stagflationsszenario: Inflation bleibt hartnäckig, während das Wachstum ins Stocken gerät. Kein Wunder, dass der Volatilitätsindex VIX in die unteren 30er-Bereiche sprang und das Verhältnis von Put- zu Call-Optionen deutlich anzog.

Technisch angeschlagen

Mit dem Bruch der 200-Tage-Linie bei rund 24.500 Punkten hat der Index nun alle drei zentralen gleitenden Durchschnitte — 50, 100 und 200 Tage — nach unten durchbrochen. Techniker richten den Blick jetzt auf die Zone zwischen 22.133 und 22.525 Punkten, die dem 38,2-Prozent-Fibonacci-Retracement des gesamten 2025er-Aufwärtstrends entspricht.

Gelingt keine Rückeroberung der 24.000-Punkte-Marke in den kommenden Handelstagen, gilt der aktuelle Rücksetzer vom Oktober-Hoch bei 26.182 Punkten offiziell als technische Korrektur von mehr als zehn Prozent. Der RSI nähert sich zwar dem überverkauften Bereich, das Momentum zeigt jedoch weiter nach unten.