Navitas Semiconductor kämpft mit den Folgen einer Herabstufung. Seit dem Ausschluss aus den Russell-Indizes am 27. Juni herrscht Unruhe im Orderbuch. Institutionelle Investoren schichten ihre Bestände massiv um.

An der Börse spiegelt sich dieser Druck deutlich wider. Heute legte die Aktie zwar um knapp zwei Prozent auf 15,80 Euro zu. Ein schwacher Trost. Innerhalb von 30 Tagen brach der Kurs um gut 26 Prozent ein.

Der Titel entfernt sich damit immer weiter von seinen Höchstständen. Vom 52-Wochen-Hoch bei 29,20 Euro ist das Papier inzwischen fast 46 Prozent entfernt. Analysten verweisen auf schwache Umsätze und wachsenden Margendruck als fundamentale Belastungsfaktoren.

Kapitalbedarf trifft auf KI-Hoffnung

Hinzu kommt eine drohende Verwässerung für die Aktionäre. Navitas hat ein umfangreiches Aktienverkaufsprogramm gestartet. Über dieses Angebot will das Unternehmen bis zu 500 Millionen US-Dollar einsammeln.

Währenddessen bauen einige Großinvestoren ihre Positionen ab, während andere das niedrigere Kursniveau zum Einstieg nutzen. Die Uneinigkeit spiegelt sich auch in der Führungsebene wider. Ein Vorschlag zur jährlichen Neuwahl des gesamten Verwaltungsrats scheiterte kürzlich bei der Hauptversammlung.

Parallel dazu setzt das Management auf den Boom bei Künstlicher Intelligenz. Ein neues Modul zur Stromversorgung soll die Energieeffizienz in KI-Rechenzentren optimieren. Ob diese Technologie schnell genug für volle Auftragsbücher sorgt, ist für die Marktteilnehmer derzeit die entscheidende Ungewissheit.

Das Chartbild liefert vorerst keine Entwarnung. Der Kurs von 15,80 Euro liegt deutlich unter dem 50-Tage-Schnitt von 18,07 Euro. Erst neue Abschlüsse im Bereich der KI-Infrastruktur könnten den Abwärtstrend nachhaltig stoppen.