Der KI-Cloud-Anbieter Nebius sichert sich langfristige Rechenkapazität in Großbritannien. Ein 10-Jahres-Vertrag mit Kao Data über ein 22-Megawatt-Rechenzentrum in Harlow markiert den nächsten Expansionsschritt. Das Besondere: Die Anlage ist speziell für Hochleistungs-GPU-Cluster ausgelegt — die Grundlage für sogenannte „Agentic AI“-Dienste.
Rechenpower für autonome KI
Die Harlow-Anlage wird zu 100 Prozent mit erneuerbarer Energie betrieben. Damit erfüllt Nebius die strengen Nachhaltigkeitsauflagen von Fintech- und Gesundheitsunternehmen. Der Standort ist ein Baustein für das Ziel, bis 2027 auf 65 Megawatt Gesamtkapazität in Großbritannien zu kommen.
Doch Nebius setzt nicht nur auf reine Rechenleistung. Das Unternehmen integriert die Zukäufe Eigen AI, Tavily und Clarifai in seine Plattform. Das Ziel: Unternehmen können autonome KI-Agenten bauen — statt nur statische Modelle zu nutzen.
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Erste Kunden sind bereits an Bord. Der Fintech-Konzern Revolut nutzt die „Nebius Token Factory“ für KI zur Betrugsbekämpfung. Die Biotech-Firma Prima Mente forscht mit der Infrastruktur an Alzheimer und Parkinson.
Kurs und Kapital
Die Aktie notiert am Montag bei 199,60 Euro — ein Plus von 0,86 Prozent. Seit Jahresbeginn beträgt das Plus 160 Prozent. Allerdings: Der Kurs liegt knapp 18 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 242,95 Euro.
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Finanziell läuft es dynamisch. Der Umsatz schnellte im ersten Quartal 2026 auf 399 Millionen Dollar hoch — ein Anstieg um das Achtfache. Ein milliardenschwerer Auftragsbestand mit Microsoft und Meta untermauert das Wachstum.
Parallel dazu bleibt die Börse skeptisch. Insider verkauften in den vergangenen drei Monaten Aktien im Wert von rund 131 Millionen Dollar. Ein Signal, das Anleger verunsichert. Dem steht eine Kapitalspritze von Nvidia gegenüber: Zwei Milliarden Dollar sicherten dem Chipriesen 8,3 Prozent an Nebius.
Am 10. Juni startet der AI Summit London. Nebius tritt als Partner auf und will seine Technologie für KI-Produktionssysteme präsentieren. Die nächsten Tage dürften zeigen, ob die operative Dynamik die Aktie wieder in Richtung des Allzeithochs treibt.
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