Nebius Group greift die US-Cloud-Giganten an. Der Amsterdamer KI-Infrastrukturanbieter pumpt 1,7 Milliarden Pfund in den britischen Markt. Die Nachfrage nach Rechenleistung übersteigt das Angebot massiv.

Massive Expansion in Großbritannien

Das Unternehmen baut neue NVIDIA-Rechenzentren auf der Insel. Bis 2027 soll die britische Kapazität auf 65 Megawatt steigen. Den Grundstein bildet ein langfristiger Vertrag über 22 Megawatt mit Kao Data. Nebius installiert dort die neuesten KI-Plattformen von NVIDIA.

Der Ausbau in Europa ist nur ein Puzzleteil. Weltweit hebt das Management die Investitionsziele für das laufende Jahr massiv an. Nebius plant nun Ausgaben zwischen 20 und 25 Milliarden US-Dollar. Das Ziel: vier Gigawatt kontrahierte Leistung bis Jahresende.

Volle Auftragsbücher

Die operativen Zahlen stützen diesen aggressiven Kurs. Im ersten Quartal sprang der Umsatz auf 399 Millionen US-Dollar. Das entspricht fast einer Verachtfachung zum Vorjahr. Laut Management ist die gesamte verfügbare Kapazität ausverkauft. Der Auftragsbestand beläuft sich auf rund 46 Milliarden US-Dollar.

Analysten honorieren das Wachstum. Die Bank of America bekräftigt ihr Kaufrating und hebt das Kursziel auf 280 US-Dollar an. An der Börse durchläuft das Papier aktuell eine Konsolidierung. Am Mittwoch schloss die Aktie bei 183,46 Euro.

Damit notiert der Kurs rund 24 Prozent unter seinem Rekordhoch von Anfang Juni. Die extreme Schwankungsbreite von über 135 Prozent verlangt starke Nerven. Dennoch steht seit Jahresbeginn ein Plus von fast 140 Prozent auf der Anzeigetafel. Der Markt bewertet den Wandel zum reinen KI-Infrastruktur-Player weiterhin positiv.