Nel ASA verspricht einen Preissturz bei der Produktion von grünem Wasserstoff. Die Norweger haben eine neue Elektrolyseur-Plattform vorgestellt, die den Markt aufmischen soll. Anleger reagieren heute dennoch mit Verkäufen. Die Aktie fällt um fast fünf Prozent auf 0,27 Euro.
Acht Jahre lang hat das Unternehmen an der neuen Druck-Alkali-Technologie gearbeitet. Das Ziel: Die Kosten für Großanlagen drastisch senken. Bisherige Industrieprojekte verschlingen oft 3.000 US-Dollar pro Kilowatt. Nel peilt nun einen Preis von unter 1.450 US-Dollar an.
Modulare Bauweise spart Geld
Das System ist modular aufgebaut und wird direkt im Werk gefertigt. Es steht im Freien. Das spart teure Gebäude und aufwendige Bauarbeiten am Standort. So sinken die Investitionskosten laut Management um 40 bis 60 Prozent.
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CEO Håkon Volldal sieht darin einen Hebel für neue Geschäfte. Kunden könnten Projekte schneller und mit weniger Startkapital umsetzen. Vertriebschef Todd Cartwright ergänzt einen weiteren Punkt. Investoren fordern zunehmend Anlagen, die sich leichter finanzieren lassen.
Millionen-Förderung aus Brüssel
Nel startet die Massenproduktion im norwegischen Herøya. Zunächst baut der Konzern Kapazitäten für ein Gigawatt pro Jahr auf. Später soll die Fabrik vier Gigawatt liefern. Die Europäische Union unterstützt den Ausbau massiv.
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Brüssel übernimmt über den EU-Innovationsfonds bis zu 60 Prozent der Kosten. Insgesamt fließen maximal 135 Millionen Euro. Die erste Tranche von zehn Millionen Euro erwartet das Management in Kürze.
Warten auf die Großaufträge
Bis die neuen Anlagen 2027 in großen Stückzahlen vom Band rollen, muss Nel das aktuelle Geschäft managen. Im ersten Quartal 2026 sank der Umsatz leicht auf 148 Millionen norwegische Kronen. Der operative Verlust verbesserte sich immerhin auf minus 100 Millionen Kronen.
Die Börse hat viel Fantasie bereits eingepreist. Die Folge: Auf Sicht von 30 Tagen steht die Nel-Aktie noch immer rund 41 Prozent im Plus. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch vom Dienstag ist mit knapp 15 Prozent moderat. Ab jetzt zählen für Investoren nur noch harte Fakten. Die neue Plattform muss in der zweiten Jahreshälfte konkrete Bestellungen liefern.
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