Nel ASA: 50 Prozent Kursgewinn in zwei Wochen

Nel ASA verzeichnet Kurssprung von 50 Prozent vor Vorstellung neuer Elektrolyseur-Technologie am 6. Mai.

Nel ASA Aktie
Kurz & knapp:
  • Aktie steigt binnen zwei Wochen um 50 Prozent
  • Neues Alkali-Elektrolyseur-System wird am 6. Mai präsentiert
  • Insider-Käufe und Umstellung des Aktienoptionsprogramms
  • EU-Innovationsfonds fördert Technologieentwicklung mit 135 Millionen Euro

Nel ASA hat in zwei Wochen rund 50 Prozent an Wert gewonnen. Allein am vergangenen Freitag legte die Aktie mehr als 15 Prozent zu und schloss bei 2,485 Norwegischen Kronen. Was treibt eine Aktie so stark, deren Quartalszahlen alles andere als überzeugend waren?

Schwache Zahlen, starke Erwartungen

Im ersten Quartal 2026 erzielte der norwegische Elektrolyseur-Hersteller Einnahmen von 152 Millionen Norwegischen Kronen — ein Rückgang gegenüber 175 Millionen im Vorjahreszeitraum. Das EBITDA blieb mit minus 100 Millionen tief im Minus, verbesserte sich aber um 15 Millionen gegenüber dem Vorjahr. Der Auftragseingang lag bei mageren 85 Millionen Kronen.

Zwei neue PEM-Aufträge sorgen für etwas Aufhellung. Mesure Process, eine Tochter von Synqo Energies, bestellte Containereinheiten für ein europäisches Wasserstoffprojekt — bereits die zweite Bestellung dieses Kunden. Das Douglas County Public Utility District im US-Bundesstaat Washington kauft einen Elektrolyseur, der Überschussstrom aus einem Wasserkraftwerk nutzen soll. Beide Verträge haben jeweils einen Wert von rund sieben Millionen US-Dollar.

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Insider kaufen, Anreize werden neu ausgerichtet

Verwaltungsratschef Arvid Moss kaufte kurz nach den Quartalsergebnissen 100.000 Aktien zu durchschnittlich 2,25 Kronen — ein klares Signal aus dem Aufsichtsgremium. Parallel dazu stimmte die Hauptversammlung im April für die Abschaffung des alten Aktienoptionsprogramms, das keinerlei Leistungskriterien enthielt. CEO Håkon Volldal gab freiwillig 1,5 Millionen alte Optionen zurück. Künftig gelten Performance Share Units, die direkt an operative Ziele geknüpft sind.

Hinzu kommt ein neues Nachfrageargument: Energiesicherheit und Resilienz rücken als Themen in den Vordergrund, auch mit Blick auf verteidigungsnahe Anwendungen. Spannungen rund um den Iran und Berichte über Produktionsausfälle bei fossilen Energieträgern verstärken das Interesse an grünem Wasserstoff als strategischer Alternative.

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Alles hängt am 6. Mai

Am Dienstag präsentiert Nel sein neues druckbasiertes Alkali-Elektrolyseur-System — acht Jahre Entwicklungsarbeit sollen die Ökonomie der Wasserstoffproduktion neu definieren. Das Unternehmen verspricht 80 Prozent weniger Platzbedarf, 40 bis 60 Prozent niedrigere Investitionskosten und einen Energieverbrauch von unter 50 Kilowattstunden pro Kilogramm Wasserstoff. Der EU-Innovationsfonds fördert die Technologieentwicklung mit bis zu 135 Millionen Euro — rund 60 Prozent der förderfähigen Kosten — eine erste Meilensteinzahlung von mehr als zehn Millionen Euro steht unmittelbar bevor.

Allerdings drohen Abschreibungen: Nel prüft den Buchwert zweier stillgelegter 500-Megawatt-Produktionslinien für atmosphärische Alkali-Systeme am Standort Herøya. Der Übergang zur neuen Plattform könnte Wertberichtigungen auf diese Altanlagen auslösen.

Ob die Rally auf echtem Substanzwert beruht oder auf Vorschusslorbeeren, wird sich spätestens am 15. Juli zeigen — wenn Nel die Halbjahreszahlen vorlegt. Bis dahin setzt der Launch vom Dienstag den Ton.

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Mit über fünfzehn Jahren Erfahrung als Wirtschaftsjournalist hat sich Felix Baarz als Experte für internationale Finanzmärkte etabliert. Seine Leidenschaft gilt den Mechanismen globaler Finanzmärkte und komplexen wirtschaftspolitischen Zusammenhängen, die er für seine Leserschaft verständlich aufbereitet.In Köln geboren und aufgewachsen, entdeckte er früh sein Interesse für Wirtschaftsthemen und internationale Entwicklungen. Nach seinem Studium startete er als Wirtschaftsredakteur bei einer renommierten deutschen Fachpublikation, bevor ihn sein Weg ins Ausland führte.Ein prägendes Kapitel seiner Karriere waren die sechs Jahre in New York, wo er direkten Einblick in die globale Finanzwelt erhielt. Die Berichterstattung von der Wall Street und über weltweite wirtschaftspolitische Entscheidungen schärfte seinen Blick für globale Zusammenhänge.Heute ist Felix Baarz als freier Journalist für führende Wirtschafts- und Finanzmedien im deutschsprachigen Raum tätig. Seine Arbeit zeichnet sich durch fundierte Recherchen und präzise Analysen aus. Er möchte nicht nur Fakten präsentieren, sondern auch deren Bedeutung erklären und seinen Lesern Orientierung bieten – sei es zu wirtschaftlichen Trends, politischen Entscheidungen oder langfristigen Veränderungen in der Finanzwelt.Zusätzlich moderiert er Diskussionen und nimmt an Expertenrunden teil, um sein Wissen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Dabei liegt sein Fokus darauf, komplexe Themen informativ und inspirierend zu vermitteln. Felix Baarz versteht seine journalistische Aufgabe darin, in einer sich schnell wandelnden Welt einen klaren Blick auf wirtschaftliche Zusammenhänge zu ermöglichen und seine Leser bei fundierten Entscheidungen zu unterstützen – beruflich wie privat.