Nel ASA steht vor entscheidenden Wochen. Der Wasserstoff-Spezialist ringt mit einem Kursrutsch von fast 32 Prozent im vergangenen Monat. Der überraschende Abgang von Vorstandschef Håkon Volldal verstärkt die aktuelle Unsicherheit. Die Präsentation der Halbjahreszahlen am 15. Juli rückt nun ins Zentrum des Interesses.

Führungsvakuum trifft auf schwache Aufträge

Volldal verlässt das Unternehmen spätestens Anfang 2027, um die Führung des Verpackungskonzerns Elopak zu übernehmen. Der Verwaltungsrat sucht bereits intensiv nach einem Nachfolger. Für Nel kommt dieser Wechsel zur Unzeit. Der Konzern führt gerade neue Technologie in den Markt ein. Eine langfristige Spitze fehlt dabei völlig.

Der Druck wächst nach einem enttäuschenden Jahresstart. Der Auftragseingang rutschte im Frühjahr auf 85 Millionen norwegische Kronen ab. Der Auftragsbestand schrumpfte im selben Zeitraum um 24 Prozent. Auch der Umsatz fiel leicht auf 148 Millionen Kronen.

Ein finanzielles Polster federt die Lage ab. Nel meldete zuletzt liquide Mittel von rund 1,4 Milliarden Kronen. Das gibt dem Management wertvolle Zeit für den Übergang. Abseits des operativen Geschäfts räumt der Konzern juristische Altlasten aus dem Weg. Ein US-Rechtsstreit mit der Iwatani Corporation ist beendet. Nel zahlt für den Vergleich 7,5 Millionen Dollar.

Charttechnische Bewährungsprobe

Die Börse reagiert nervös auf diese Gemengelage. Die Aktie schloss am Freitag bei exakt 0,21 Euro. Damit testet der Kurs seinen viel beachteten 200-Tage-Durchschnitt. Diese technische Marke gilt als wichtige Unterstützungslinie. Bricht sie, droht ein tieferer Fall in Richtung des jüngsten Jahrestiefs.

Kein Wunder. Der kommende Halbjahresbericht wird zum Stresstest. Am 15. Juli präsentiert das Management das aktuelle Zahlenwerk. Investoren erwarten konkrete Signale. Die neu eingeführte Elektrolyseur-Plattform muss frische Aufträge liefern. Ohne neue Abschlüsse rückt die geplante kommerzielle Wende in weite Ferne.