Nel ASA kommt aus der Findungsphase für einen neuen Konzernchef nicht heraus. Der Rückzug des CEO wurde im Juni bekannt gegeben, seither sucht der norwegische Wasserstoff-Konzern nach einem Nachfolger. Medienberichten zufolge sehen Beobachter in dem anhaltenden Führungsvakuum inzwischen einen der Hauptgründe für die gedrückte Anlegerstimmung.

Sinkender Umsatz, wachsende Verluste

Die ungelöste Personalfrage an der Spitze trifft auf eine ohnehin angespannte operative Lage. Berichten zufolge kämpft Nel mit rückläufigem Umsatz und einem sich ausweitenden Nettoverlust – eine Kombination, die das Vertrauen in die kurzfristige Ertragskraft des Unternehmens weiter untergräbt.

Für ein Unternehmen, das sich als Ausrüster für die grüne Wasserstoffwirtschaft positioniert, ist die fehlende Führung in einer ohnehin schwierigen Marktphase ein zusätzliches Risiko: Strategische Entscheidungen, etwa zu Investitionen oder Kapazitätsanpassungen, lassen sich ohne dauerhaft besetzte Konzernspitze schwerer treffen.

Die letzten greifbaren Quartalszahlen stammen aus dem zweiten Quartal und dem ersten Halbjahr 2026, veröffentlicht im Juli. Seither ist auf der Zahlenseite offiziell nichts Neues hinzugekommen – die nächste Standortbestimmung dürfte erst mit den kommenden Quartalsberichten erfolgen.

Kurs bewegt sich seitwärts auf niedrigem Niveau

Der Aktienkurs spiegelt die Unsicherheit wider. Aktuell notiert das Papier bei 0,1968 Euro, nur knapp über dem 50-Tage-Durchschnitt von 0,1986 Euro – ein Zeichen dafür, dass sich der Kurs derzeit eher seitwärts als richtungsweisend bewegt.

Vom 52-Wochen-Hoch aus Ende Mai ist die Aktie um 46 Prozent entfernt, was das Ausmaß des Vertrauensverlusts seit dem Frühjahr verdeutlicht. Zum 52-Wochen-Tief aus Februar besteht dagegen noch ein Puffer von 14 Prozent – die Aktie hat sich also von ihrem Jahrestief leicht erholt, bleibt aber weit von früheren Höchstständen entfernt.

Diese Gemengelage aus struktureller Führungsschwäche und enttäuschender operativer Entwicklung lässt wenig Raum für kurzfristigen Optimismus. Solange Nel keinen neuen CEO präsentiert und keine überzeugenden Zahlen vorlegt, dürfte die Aktie in der aktuellen Handelsspanne verharren.

Anleger richten den Blick nun auf mögliche Personalentscheidungen und die nächsten Geschäftszahlen, um zu erkennen, ob sich die Lage stabilisiert oder weiter verschlechtert.