Ein Rechtsstreit ist beigelegt, die Rechnung dafür kommt jetzt. Nel ASA hat sich mit Iwatani Corporation of America geeinigt – und zahlt dafür einen hohen Preis in der eigenen Bilanz. Die Aktie des norwegischen Wasserstoff-Spezialisten bleibt im Sinkflug.
Am Dienstag schloss das Papier bei 0,1946 Euro, ein Minus von 2,01 Prozent. Damit liegt der Kurs fast 20 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 0,2422 Euro. Der Abstand zum Jahreshoch vom Mai beträgt inzwischen 46,76 Prozent.
Der Iwatani-Vergleich kostet 70 Millionen Kronen
Im Juni 2026 einigte sich Nel mit Iwatani Corporation of America. Der Streit drehte sich um Betankungsanlagen und damit verbundene Dienstleistungen. Rechtlich ist der Fall damit vom Tisch.
Finanziell trifft er das Unternehmen hart. Nach eigenen Angaben belastete der Vergleich das EBITDA im zweiten Quartal mit rund 70 Millionen norwegischen Kronen. Diese einmalige Kostenposition ließ den operativen Verlust auf minus 155 Millionen Kronen anschwellen. Im ersten Quartal hatte das Minus noch bei 100 Millionen Kronen gelegen.
Verlust je Aktie wächst, Dividende bleibt aus
Der Nettoverlust je Aktie fiel im zweiten Quartal auf minus 0,10 norwegische Kronen. Im Vorjahresquartal waren es noch minus 0,07 Kronen gewesen. Immerhin: Der Umsatz stieg leicht von 152 auf 182 Millionen Kronen.
An der operativen Schieflage ändert das wenig. Der Verwaltungsrat bestätigte erneut, dass eine Dividende aus dem laufenden Geschäft derzeit nicht infrage kommt. Analysten rechnen für das Gesamtjahr 2026 mit einem Verlust von etwa 0,315 Kronen je Aktie.
Führungswechsel mitten in der Krise
Zur finanziellen Belastung kommt Unsicherheit an der Unternehmensspitze. CEO Håkon Volldal kündigte am 15. Juni 2026 seinen Rückzug an. Er wechselt zum Verpackungskonzern Elopak und befindet sich aktuell in einer sechsmonatigen Kündigungsfrist.
Der Verwaltungsrat sucht einen Nachfolger, während Nel gleichzeitig seine industrielle Fertigung ausbauen will. Handelshemmnisse und juristische Altlasten erschweren diesen Kurs zusätzlich. Marktbeobachter werten den Zeitpunkt des Führungswechsels als besonders unglücklich für den Konzern.
Technisch gesehen notiert die Aktie näher am 52-Wochen-Tief von 0,1731 Euro als am Mai-Hoch. Der RSI von 36,2 signalisiert eine Annäherung an überverkauftes Terrain, ohne dass bereits ein klarer Kapitulationspunkt erreicht wäre. Bei einer annualisierten 30-Tage-Volatilität von 28,86 Prozent bleibt der Kurs anfällig für jede Nachricht zur CEO-Suche oder zum Nordamerika-Geschäft.
Die nächste Standortbestimmung folgt am 21. Oktober 2026, wenn Nel die Bilanz zum dritten Quartal vorlegt. Dann zeigt sich, ob der Iwatani-Effekt tatsächlich einmalig war oder ob strukturelle Probleme dahinterstecken.
Nel ASA-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Nel ASA-Analyse vom 29. Juli liefert die Antwort:
Die neusten Nel ASA-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Nel ASA-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 29. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Nel ASA: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

