Ein CEO-Abgang und ein Auftragseinbruch von 73 Prozent im ersten Quartal 2026 — der norwegische Wasserstoff-Spezialist Nel ASA steckt mitten in einer Führungskrise. Am Montag erholt sich die Aktie zwar leicht um 1,40 Prozent auf 0,22 Euro. Der Kurs bleibt aber 40,63 Prozent unter dem Jahreshoch von 0,37 Euro vom Mai 2026.

Führungswechsel trifft auf schwache Auftragslage

Hakon Volldal verlässt seinen Posten als CEO von Nel ASA. Der Wechsel kommt zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Im ersten Quartal 2026 brach das Auftragsvolumen des Unternehmens um 73 Prozent ein.

Diese Entwicklung hat die Stimmung unter Investoren spürbar gedrückt. Nach einer kurzen Erholungsrally fiel die Aktie zurück auf ihr altes Kursniveau. Auf Monatssicht steht ein Minus von 16,22 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn liegt Nel ASA aber noch mit 13,20 Prozent im Plus.

Halbjahreszahlen als nächster Prüfstein

Investoren richten den Blick nun auf den 15. Juli 2026. An diesem Tag legt Nel ASA seine Halbjahreszahlen vor. Der Termin gilt als wichtiger Test dafür, ob sich das Elektrolyseur-Geschäft stabilisiert und wie die neue Führung strategisch vorgehen will.

Für Aktionäre zählt vor allem eine Frage: Findet Nel ASA zurück zu Großaufträgen? Der Wasserstoffmarkt bleibt hart umkämpft. Ob der schwache Auftragseingang im ersten Quartal nur ein Ausrutscher war oder ein längerfristiges Problem markiert, lässt sich erst mit den kommenden Zahlen einschätzen.

Charttechnik zeigt Kampf um die Basis

Charttechnisch bewegt sich die Aktie an einer wichtigen Untersstützung. Der 50-Tage-Durchschnitt liegt bei 0,27 Euro — der aktuelle Kurs damit 18,45 Prozent darunter. Näher liegt der 200-Tage-Durchschnitt bei 0,21 Euro, nur 0,92 Prozent unter dem aktuellen Niveau.

Der 14-Tage-RSI notiert bei 40,5. Die Aktie gilt damit noch nicht als überverkauft, steht aber weiter unter Verkaufsdruck. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei hohen 67,14 Prozent — ein Spiegelbild der Unsicherheit rund um den Führungswechsel und die Lage im Wasserstoffmarkt.

Der 15. Juli wird zeigen, ob Nel ASA den 200-Tage-Durchschnitt als Basis verteidigen kann. Sollte die Marke unterschritten werden, dürfte der Druck auf die Aktie weiter zunehmen.