Nel ASA erlebt einen Kurssprung. Der norwegische Wasserstoffspezialist notierte am Freitag bei 0,35 Euro auf dem Handelsplatz Tradegate – ein Plus von 1,01 Prozent. Auf Wochensicht beträgt das Plus 6,71 Prozent. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 0,36 Euro schrumpft auf rund zwei Prozent.
Doch die Börsenrallye steht im Widerspruch zu den jüngsten Geschäftszahlen.
Starke technische Erholung
Die Aktie hat sich in den vergangenen Monaten eindrucksvoll erholt. Vom 52-Wochen-Tief bei 0,18 Euro Anfang März kletterte der Kurs um fast 96 Prozent nach oben. Seit Jahresanfang liegt das Plus bei 82,58 Prozent. Der 200-Tage-Durchschnitt von 0,21 Euro wurde deutlich übersprungen.
Der RSI von 49,6 signalisiert derweil weder Überhitzung noch Unterkühlung. Die Aktie bewegt sich im neutralen Bereich.
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Quartalszahlen mit Schattenseiten
Der operative Kern des Unternehmens zeigt sich weniger dynamisch. Nel erzielte im ersten Quartal 2026 einen Umsatz von 148,1 Millionen NOK. Das sind 4,66 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Der Nettoverlust je Aktie verbesserte sich leicht von minus 0,10 auf minus 0,08 NOK.
Positiv: Die Kasse ist gut gefüllt. Nel verfügt über 1,44 Milliarden NOK an liquiden Mitteln. Zudem rechnet das Unternehmen für das zweite Quartal mit einer ersten Tranche von rund 11 Millionen Euro aus dem EU-Innovationsfonds. Insgesamt sind bis zu 135 Millionen Euro an Fördermitteln möglich.
Samsung E&A bleibt an Bord
Auf der strategischen Seite setzt Nel auf die nächste Generation seiner Druckalkalyelektrolyseure. Das vor acht Jahren entwickelte System soll die Kosten für eine 25-MW-Anlage auf unter 1450 Dollar pro kW drücken. Damit will Nel im globalen Markt für grünen Wasserstoff konkurrieren.
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Samsung E&A hält 9,09 Prozent an Nel und stellt seit Mai 2025 einen Sitz im Aufsichtsrat. Der südkoreanische Konzern ist der zweitgrößte Aktionär.
Analysten bleiben skeptisch
Trotz der Kurserholung warnen Analysten vor Überbewertung. Das durchschnittliche Zwölf-Monats-Kursziel für die Oslo-Notierung liegt zwischen 2,12 und 2,33 NOK. Zum aktuellen Kurs von 3,85 NOK in Oslo ergibt sich ein deutliches Abwärtspotenzial.
Die Märkte werden am 15. Juli gespannt auf die Zahlen zum zweiten Quartal blicken. Zeigen sich dann steigende Auftragseingänge, könnte die Rallye ein Fundament bekommen. Bleiben sie aus, dürfte die Skepsis der Analysten neue Nahrung erhalten.
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