Der norwegische Wasserstoff-Spezialist Nel ASA kämpft nicht nur mit stockenden Umsätzen, sondern nun auch mit potenziellen Altlasten. Während das Unternehmen den strategischen Wechsel zur nächsten Technologie-Generation vorantreibt, stehen zwei stillgelegte Produktionslinien am Standort Herøya auf dem Prüfstand. Das Ergebnis dieser Prüfung könnte die ohnehin angespannte Bilanz mit weiteren Wertberichtigungen belasten.
Teurer Technologiewechsel
Der Hintergrund der Überprüfung ist der Übergang zu einer neuen, effizienteren Plattform. Die nächste Generation von Elektrolyseuren verspricht einen um bis zu 80 Prozent geringeren Platzbedarf und Kostensenkungen von 40 bis 60 Prozent. Dafür nimmt Nel derzeit den Buchwert von zwei ruhenden 500-Megawatt-Produktionslinien für atmosphärische alkalische Elektrolyseure unter die Lupe. Ob diese Vorgänger-Anlagen reaktiviert, endgültig stillgelegt oder verkauft werden, hat das Management noch nicht offengelegt.
Sollte es zu außerplanmäßigen Abschreibungen kommen, träfe dies das Unternehmen in einer sensiblen Phase. Zwar explodierte der Auftragseingang im vierten Quartal 2025 um 364 Prozent auf 686 Millionen norwegische Kronen. Gleichzeitig brachen die Einnahmen aus Kundenverträgen jedoch um 20 Prozent ein. Das abgelaufene Geschäftsjahr schloss Nel mit einem Nettoverlust von 1,27 Milliarden Kronen ab, der bereits maßgeblich durch Wertberichtigungen getrieben war.
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Um die Lücke zwischen laufenden Kosten und künftigen Einnahmen zu schließen, startete Nel mit einem Liquiditätspolster von rund 1,6 Milliarden Kronen in das zweite Quartal. Dieses Kapital muss den Hochlauf der neuen Plattform finanzieren. Für die ersten Gigawatt an Produktionskapazität plant das Unternehmen Investitionen von rund 300 Millionen Kronen vor Abzug von Fördermitteln, die in den Jahren 2026 und 2027 anfallen sollen.
Analysten bleiben skeptisch
Die Wall Street und europäische Banken betrachten den Umbauprozess mit Zurückhaltung. Hauptkritikpunkt bleibt die unvorhersehbare Umsatzrealisierung sowie der noch unbewiesene Markterfolg der neuen Produktlinien. Dies spiegelt sich in den jüngsten Anpassungen der Kursziele wider:
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- Berenberg: Kurszielsenkung von 2,60 auf 2,30 NOK (Rating: „Hold“)
- Citigroup: Kurszielsenkung von 2,70 auf 2,40 NOK
- Analysten-Konsens: Durchschnittliches Rating „Sell“ mit einem Ziel von 2,09 NOK
An der Börse macht sich diese anhaltende Skepsis bemerkbar. Bei einem aktuellen Kurs von 0,19 Euro notiert das Papier nur denkbar knapp über seinem Anfang März markierten 52-Wochen-Tief von 0,18 Euro.
Am 22. April wird Nel ASA den Bericht für das erste Quartal vorlegen. Dieser Termin liefert konkrete Daten darüber, ob sich der starke Auftragseingang aus der zweiten Jahreshälfte 2025 in den Umsatzzahlen niederschlägt und in welchem Umfang die stillgelegten Anlagen in Herøya tatsächlich abgeschrieben werden müssen.
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