Volle Auftragsbücher, aber schrumpfende Umsätze — bei Nel ASA klaffen Anspruch und Realität weit auseinander. Am Mittwochmorgen präsentiert der norwegische Wasserstoff-Spezialist seine Zahlen für das erste Quartal 2026. Der Bericht muss zeigen, ob der jüngste Strategiewechsel des Managements erste finanzielle Früchte trägt.
An der Börse positionieren sich Investoren bereits. Die Aktie notiert aktuell bei 0,23 Euro und verzeichnet auf Monatssicht ein Plus von knapp 20 Prozent. Damit hat sich der Kurs spürbar vom 52-Wochen-Tief abgesetzt.
Neues Vergütungsmodell und starke Partner
Im Vorfeld der Zahlen hat das Unternehmen seine Führungsstrukturen neu geordnet. Auf der Hauptversammlung Mitte April stimmten die Aktionäre einem grundlegenden Umbau der Vorstandsvergütung zu. Das alte Optionsprogramm weicht einem leistungsbezogenen Modell.
CEO Håkon Volldal und CFO Kjell Christian Bjørnsen tauschten ihre bisherigen Optionen gegen sogenannte Performance Share Units ein. Diese Zuteilungen sind nun direkt an messbare Unternehmensziele gekoppelt. Das Management übernimmt damit mehr persönliche Verantwortung für die operative Entwicklung.
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Parallel dazu festigte Nel die Bande zu einem wichtigen Großaktionär. Der südkoreanische Anlagenbauer Samsung E&A, der seit dem vergangenen Jahr gut neun Prozent der Anteile hält, behält seinen Einfluss. Die Anteilseigner bestätigten das Aufsichtsratsmandat von Gyuyeon Kang. Samsung plant, komplette Wasserstoffanlagen mit Nel-Elektrolyseuren anzubieten.
Die Lücke zwischen Aufträgen und Umsatz
Operativ steht der Vorstand unter Zugzwang. Zwar kletterte der Auftragseingang Ende 2025 auf 686 Millionen norwegische Kronen, was den Auftragsbestand auf über 1,3 Milliarden Kronen trieb. Währenddessen brachen die ausgewiesenen Umsätze um 20 Prozent ein.
Ein Liquiditätspolster von rund 1,6 Milliarden Kronen sichert den Betrieb vorerst ab. Der anstehende Quartalsbericht muss nun klären, wie schnell die späten Aufträge aus dem Vorjahr in zählbare Erlöse umgewandelt werden. Ebenso erwarten Marktbeobachter Details zur Höhe der möglichen Abschreibungen auf die stillgelegten Anlagen am Standort Herøya.
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Analysten bleiben skeptisch
Langfristig ruhen die Hoffnungen auf der neuen „Pressurized Alkaline“-Plattform. Das System soll bis zu 60 Prozent günstiger in der Herstellung sein und in der ersten Jahreshälfte 2026 kommerziell starten. Für den Ausbau der Produktion in Herøya fließen Investitionen im dreistelligen Millionenbereich, flankiert von massiven EU-Fördermitteln.
Die Analystengemeinde reagiert bislang verhalten auf die technologischen Versprechen. Berenberg senkte das Kursziel kürzlich auf 2,30 Kronen und rät zum Halten der Papiere. Citigroup reduzierte ihre Zielmarke auf 2,40 Kronen. Die Experten verweisen auf die unberechenbare Auftragsentwicklung und den noch unbewiesenen Markterfolg der neuen Anlagen.
Am morgigen Mittwoch um 8:00 Uhr präsentiert das Management die Ergebnisse in einem Webcast. Dann liegen die konkreten Zahlen auf dem Tisch, wie sich der Umbau auf die Margen des ersten Quartals auswirkt.
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